Name Vorname
- Ü60 Jahre
- -wahlkreis unbekannt
- KPD
Die Antworten für die KPD-Kandidat*innen wurden nicht individuell gegeben. Du siehst hier die gemeinsame Antwort der Partei.
Wo feiern Sie am liebsten? Was ist für Sie ein feierlicher Ort?
Dort, wo Menschen zusammenkommen, feiern und niemand vorher auf den Kontostand schauen muss. Jugendclub, Konzert, Garten, Straßenfest – Hauptsache gemeinsam statt VIP-Bereich. Kultur gehört allen und darf kein Luxus sein.
Nutella-Brot mit oder ohne Butter?
Mit Butter. Beim gesellschaftlichen Eigentum sind wir allerdings kompromissloser als beim Frühstück. 😉
Antworten von Christine
Bildung & Medien
Antworten von Christine
Wie schaffen wir faire Lernbedingungen für alle Schüler*innen?
Indem wir Bildung nicht länger davon abhängig machen, wie viel Geld die Eltern haben. Kostenlose Bildung, kostenlose Lernmittel, kostenloses Schulessen, kleinere Klassen, gut ausgestattete Schulen und genügend Lehrkräfte. Gemeinsames Lernen bis zur 10ten Klasse anstatt frühe soziale Selektion. Nicht „Chancengleichheit“ auf dem Papier, sondern gleiche materielle Bedingungen.
Wie wollen Sie einen respektvollen und kompetenten Umgang von Lehrkräften zu Schüler*innen sicherstellen?
Lehrkräfte brauchen Zeit, Personal und vernünftige Arbeitsbedingungen – und Schülerinnen und Schüler Mitsprache. Wer 30 Menschen gleichzeitig unterrichten und nebenbei noch Sozialarbeiter, Psychologe und Bürokrat sein soll, kann nicht alles auffangen. Respekt funktioniert außerdem in beide Richtungen.
Wie wollen Sie die Qualität von Schulessen verbessern?
Gesundes, abwechslungsreiches und möglichst regionales Essen – kostenlos für alle. Und Schluss mit der Logik: Hauptsache billig. Wenn öffentliche Einrichtungen beim Essen sparen, während anderswo Millionen für Rüstung ausgegeben werden, stimmt die Priorität nicht.
Wie stehen Sie dazu, Chinesisch oder andere wichtig werdende Sprachen an Schulen als 2. Fremdsprache anzubieten?
Ja. Schülerinnen und Schüler sollten möglichst viele Sprachen lernen können. Wir brauchen mehr Verständigung zwischen den Völkern, nicht mehr Feindbilder.
Medienbildung & KI
Antworten von Christine
Wie stehen Sie zu einem eigenen Unterrichtsfach „Medienbildung“?
Grundsätzlich ja. Dazu gehört aber mehr als „Pass auf, was du im Internet postest“. Junge Menschen sollten verstehen, wie Algorithmen funktionieren, wie Plattformkonzerne mit Aufmerksamkeit und Daten Geld verdienen und wie Desinformation entsteht.
Was wollen Sie gegen Pornografie mit KI (Deepfakes) im Internet machen?
Deepfakes ohne Zustimmung der Betroffenen müssen konsequent verfolgt werden. Plattformen müssen Verantwortung übernehmen. Besonders wichtig ist der Schutz von Kindern und Jugendlichen. Und Medienbildung muss vermitteln: Nicht alles, was echt aussieht, ist echt.
Wie befähigen wir junge Menschen zu einem sicheren und konstruktiven Umgang mit KI?
Durch praktische KI- und Medienbildung statt entweder Technikangst oder Technikbegeisterung. Junge Menschen müssen verstehen, was KI kann, wo sie versagt und wer daran verdient.
Und wir müssen über eine zentrale Frage sprechen: Wenn KI die Produktivität erhöht – warum soll davon am Ende vor allem der Konzern profitieren, während Beschäftigte ihren Arbeitsplatz verlieren? Technischer Fortschritt sollte das Leben der Menschen leichter machen und nicht die Taschen der Eigentümer voller.
M-V attraktiver machen; Ausbildung / Studium / Arbeit
Antworten von Christine
Wie machen wir Mobilität für junge Menschen bezahlbar?
ÖPNV kostenlos! Mobilität ist Daseinsvorsorge und keine Luxusleistung. Ein Jugendlicher im Dorf darf nicht davon abhängig sein, ob die Eltern ein Auto besitzen.
Wie wollen Sie die ÖPNV-Anbindungen im ländlichen Raum und das Schienen- und Radwegenetz ausbauen?
Mit massiven öffentlichen Investitionen. Mehr Busse, mehr Schienen, bessere Taktung und sichere Radwege – gerade dort, wo sich der Betrieb privat angeblich „nicht lohnt“.
Denn genau dafür gibt es öffentliche Daseinsvorsorge: Was gesellschaftlich notwendig ist, darf nicht davon abhängen, ob es sich für einen Konzern rechnet.
Wie wollen Sie bessere Standortfaktoren für Betriebe in M-V schaffen?
Nicht mit dem üblichen Wettbewerb: „Wir senken noch eine Steuer und schenken dem nächsten Konzern noch ein Grundstück.“
Wir brauchen gute Infrastruktur, bezahlbaren Wohnraum, gut ausgebildete Beschäftigte und sichere Arbeitsplätze. Und wenn ein Betrieb mit öffentlichen Geldern aufgebaut wird, darf der Gewinn anschließend nicht einfach privatisiert werden. Die Beschäftigten schaffen den Reichtum schließlich nicht allein durch das gute Firmenlogo.
Wie können wir jungen Menschen mit wenig oder keinem Einkommen günstigen Wohnraum ermöglichen?
Öffentlicher und kommunaler Wohnungsbau in großem Umfang, dauerhaft günstige Mieten und die Überführung großer privater Wohnungsbestände in öffentliches bzw. gesellschaftliches Eigentum.
Wohnen ist ein Grundbedürfnis und keine Aktie. Wenn ein Mensch mit seinem Ausbildungsgehalt die halbe Miete für ein 20-Quadratmeter-Zimmer bezahlen muss, ist nicht der Mensch „zu anspruchsvoll“ – das System ist falsch.
Wie können wir Schüler*innen, Auszubildenden und Studierenden einen besseren Zugang zum Arbeitsmarkt ermöglichen?
Mit guten Ausbildungsplätzen, sicheren Jobs und einem Arbeitsmarkt, der sich an den Menschen orientiert. Wir brauchen keine Generation, die von Praktikum zu Befristung zu Minijob weitergereicht wird.
Ausbildung und Studium müssen unabhängig vom Geldbeutel möglich sein. Und wer arbeitet, muss davon auch leben können.
Rechtsextremismus; Themen junger Menschen in M-V
Antworten von Christine
Wo sehen Sie Ihre Verantwortung beim Rechtsruck und was werden Sie zukünftig dagegen tun?
Wir sehen unsere Verantwortung darin, soziale Fragen konsequent von links zu beantworten.
Wer über hohe Mieten, niedrige Löhne, unsichere Arbeit und fehlende Perspektiven spricht, darf nicht bei „mehr Polizei“ oder „weniger Ausländer“ landen. Die Rechten zeigen auf den Menschen neben dir – wir zeigen auf die Eigentumsverhältnisse.
Wir kämpfen gegen Faschismus, Rassismus und Nationalismus und für die Solidarität der Menschen – unabhängig von Herkunft und Nationalität.
Wie stehen Sie zum AfD-Verbotsverfahren?
Wir sind gegen die AfD und unterstützen rechtliche Möglichkeiten, faschistische und rechtsextreme Strukturen zurückzudrängen.
Aber: Es gibt gute Gründe, weshalb viele Menschen von den Regierungen der letzten Jahre enttäuscht sind. Die etablierten Parteien haben ihre Glaubwürdigkeit verspielt. Die AfD nutzt diese Enttäuschung geschickt und demagogisch aus, indem sie sich als „Alternative zum System“ präsentiert. Schaut man allerdings auf ihr Programm und auf ihr tatsächliches Abstimmungsverhalten, zeigt sich ein anderes Bild: Die AfD steht keineswegs außerhalb des bestehenden Systems. Sie unterstützt Aufrüstung und NATO-Politik, vertritt wirtschaftspolitisch die Interessen von Unternehmen und Vermögenden und stimmt dort, wo es um Sozialabbau und die Interessen des Kapitals geht, keineswegs grundsätzlich gegen die etablierten Parteien. Sie sammelt den Protest gegen das System ein, ohne das System selbst infrage zu stellen. Genau darin liegt ihre politische Stärke – und ihre Funktion als rechte Scheinalternative.
Ein Verbot der AfD würde den Kapitalismus allerdings nicht abschaffen und keine Mieten senken. Der Rechtsruck hat gesellschaftliche Ursachen. Wer ihn dauerhaft zurückdrängen will, muss den Menschen eine echte soziale Alternative bieten – und nicht nur alle vier Jahre „Haltung zeigen“, um danach genauso weiterzumachen wie bisher. Wir wollen deshalb die Ursachen bekämpfen, die solchen Kräften Zulauf verschaffen: soziale Unsicherheit, Ausbeutung, Eigentumskonzentration und die Politik im Interesse des Kapitals.
Wie stehen Sie zu frei verfügbaren Periodenprodukten auf allen Toiletten?
Ja. Kostenlos und unkompliziert. Tampons sind schließlich kein Luxusgut – und die nächste Börsenkrise wird dadurch vermutlich auch nicht ausgelöst.
In M-V gibt es immer mehr sehr arme und in Deutschland sehr reiche Menschen. Finden Sie das gerecht? Wenn nein, wie wollen Sie das ändern?
Nein. Und wir halten es für wichtig, die Frage nicht nur moralisch zu beantworten.
Dass einige Menschen Milliarden besitzen, während andere trotz Arbeit arm bleiben, ist kein Zufall. Es liegt an den Eigentumsverhältnissen. Die entscheidende Frage lautet deshalb: Wem gehören die Unternehmen, Banken, Wohnungen und anderen Produktionsmittel – und wer entscheidet über den gesellschaftlich geschaffenen Reichtum?
Gerade in MV gab es nach dem Ende der DDR einen massiven Ausverkauf des ehemaligen Volkseigentums. Die Grundlage für die Armut der einen und den Reichtum der anderen wurde damals zementiert.
Wir wollen die Eigentumsfrage stellen: Gesellschaftlich notwendige Bereiche gehören in öffentliches bzw. gesellschaftliches Eigentum. Wirtschaftliche Entscheidungen müssen sich an den Bedürfnissen der Menschen orientieren und nicht am maximalen Profit.
Oder kurz gesagt: Diejenigen, die den Reichtum schaffen, sollten auch darüber bestimmen.