Klara Hansen

Elias Gühne

Wo feiern Sie am liebsten? Was ist für Sie ein feierlicher Ort?

Ich feiere am liebsten an Orten, die vielfältig, inklusiv und möglichst safe sind, wie z.B. die
jährliche Queerparty des Mecklenburgischen Staatstheaters oder die Rostocker
CSD-Aftershowparty, die zuletzt im Peter-Weiss-Haus und dem dazugehörigen Freigarten
stattfand.
Ein feierlicher Ort ist für mich einerseits ein Raum, in dem ich mich wohlfühle und so, wie ich
bin, akzeptiert werde. Zum anderen feiere ich am liebsten mit Menschen, die mir am Herzen
liegen.

Nutella-Brot mit oder ohne Butter?

Natürlich mit Butter – aber sowohl Butter als auch Schokocreme vegan bitte

Antworten von Klara

Bildung & Medien

Antworten von Klara

Wie schaffen wir faire Lernbedingungen für alle Schüler*innen?

Unser Bildungssystem ist ungerecht. Es ist auf Leistung und Noten fixiert, der schulische Erfolg ist abhängig vom Einkommen der Eltern. In der Folge stehen Schüler*innen unter massivem Druck und enormer psychischer Belastung.

Wir müssen daher endlich eine echte Bildungsreform anstoßen, die weg von der strikten Leistungsbewertung nach Noten und hin zu einem längeren gemeinsamen Lernen führt.
Konkret fordern wir massive Investitionen: Jede Schule braucht multiprofessionelle Teams, mindestens ein*e Schulsozialarbeiter*in und kleinere Klassen. Zudem muss die psychosoziale Beratung direkt und niedrigschwellig für alle zugänglich im Schulalltag etabliert und strukturell verankert werden.
Weiterhin ist die Einteilung und Trennung der Schüler*innen in Gymnasien und Gesamtschulen ebenfalls ungerecht, wenn bereits die Voraussetzungen und das Elternhaus massiven Einfluss darauf nehmen, zu welcher Schulform die Schüler*innen Zugang haben. Es braucht stattdessen längeres gemeinsames Lernen und mehr Ganztagsunterricht sowie die Abschaffung von Hausaufgaben. Damit Bildung wirklich inklusiv ist, wollen wir darüber hinaus den Zugang zu Sprachförderung frühzeitig und verbindlich gestalten.
Gleichzeitig muss die Schule ein Ort sein, an dem sich jeder Mensch individuell und frei entfalten kann. Das gelingt nur, wenn Lehrkräfte entlastet werden und der Beruf insgesamt attraktiver wird. 

Zudem müssen Schüler*innen endlich richtig mitentscheiden dürfen. Dafür braucht es die Stärkung und konsequente Miteinbeziehung der Schüler*innenkonferenzen sowie ein Schüler*innen-Budget an jeder Schule, über dessen Verwendung die Schüler*innen selbst entscheiden dürfen.

Mir ist zudem wichtig, auch mit Blick auf den Ländervergleich, dass das verpflichtende Mathe-Abitur abgeschafft wird. Schüler*innen sollten mehr Entscheidungsfreiheit haben, um eigenständig und ohne Verpflichtung darüber zu entscheiden, was für ihre Zukunftsvorstellungen die passendsten Prüfungsfächer sind. Jeder Mensch ist unterschiedlich und hat andere Interessen und Stärken – danach sollten sie ihre Entscheidung treffen und nicht nach einer Vorgabe.

Wie wollen Sie einen respektvollen und kompetenten Umgang von Lehrkräften zu Schüler*innen sicherstellen?

Respekt beginnt mit einem Verhältnis auf Augenhöhe zwischen Schüler*innen und Lehrer*innen. Um dies zu gewährleisten, müssen sich die strukturellen Bedingungen verändern: Lehrkräfte müssen spürbar entlastet werden, um mehr Kapazitäten für eine wertschätzende und individuelle Begleitung von allen Schüler*innen zu haben und dadurch den respektvollen und vertrauensvollen Umgang zu stärken.
Meiner Meinung nach, sollte außerdem das klassische Frontallernen abgeschafft und stattdessen moderiertes selbstständiges Lernen in vielfältigen Formaten in den Fokus gerückt werden. Dadurch verändert sich ebenso das Verhältnis von Lehrkräften und Schüler*innen hin zu einer kooperativen Zusammenarbeit.

Darüber hinaus sind gemeinsame Erfahrungen außerhalb des Schulalltags enorm wichtig, da Klassenfahrten und Bildungsausflüge die Hierarchien etwas aufbrechen und somit das Verhältnis und die Kooperation von Lehrkraft und Schüler*in nachhaltig stärken können. Dabei müssen diese Erfahrungen natürlich allen zugänglich sein – unabhängig von der finanziellen Situation der Eltern.

Wie wollen Sie die Qualität von Schulessen verbessern?

Gutes Schulessen darf kein Luxus sein, sondern braucht eine solide finanzielle Grundlage durch das Land, damit Schulen regionale und frische Lebensmittel beziehen können.
Darüber hinaus braucht es neben vegetarischen auch vegane Optionen und allgemein ausgewogene, gesunde Mahlzeiten. Zudem wollen wir die Ernährungsbildung als festen Bestandteil in Kitas und Schulen weiter ausbauen, um ein Bewusstsein für nachhaltige und bewusste Ernährung zu schaffen.

Wie stehen Sie dazu, Chinesisch oder andere zunehmend wichtige Sprachen an Schulen als zweite Fremdsprache anzubieten?

Ich begrüße eine Erweiterung des Sprachangebots ausdrücklich. Dass die Schüler*innen dadurch eine größere Auswahl haben, ist ein Gewinn für alle. Dadurch erhöht sich vor allem die kulturelle Vielfalt und das interkulturelle Verständnis innerhalb der Schulen.

Antworten von Klara

Wie stehen Sie zu einem eigenen Unterrichtsfach „Medienbildung“?

Ich halte ein solches Unterrichtsfach für absolut notwendig. In einer Zeit, in der Social Media neben Vernetzungs- und Austauschmöglichkeiten, oft auch hetzerischen, populistischen, extremen, faktenfernen und verstörenden Inhalten eine Plattform bietet, die viele junge Menschen erreichen und beeinflussen, braucht es dringend ein festgeschriebenes Unterrichtsfach Medienbildung. Junge Menschen werden dadurch befähigt, Quellen kritisch zu prüfen und Fake News zu erkennen.
Zudem werden auf Instagram und TikTok jungen Menschen ungefiltert Inhalte angezeigt, die patriarchale, veraltete und ungesunde Werte zeigen und z.B. in Bubbles wie „Skinnytok” dazu beitragen können, dass vor allem Jugendliche in Essstörungen und andere psychische Erkrankungen rutschen. In der Folge muss Medienbildung auch Themen wie die mentale Gesundheit und Resilienztraining beim Konsum von Social Media beinhalten.

Was wollen Sie gegen sexualisierte KI-Deepfakes im Internet unternehmen?

Die primäre Verantwortung liegt hier bei den Konzernen hinter den Plattformen. Diese müssen auf europäischer Ebene strenger reguliert und zur Verantwortung gezogen werden. Es braucht strikte Regeln sowie wirksame Verfolgungsmechanismen, damit Täter*innen nicht anonym bleiben, sondern konsequent vor Gericht gestellt und bestraft werden.

Wie befähigen wir junge Menschen zu einem sicheren und konstruktiven Umgang mit KI?

Junge Menschen wachsen mit KI auf und lernen schnell selbst, wie sie damit umgehen und es für sich nutzen können. Es braucht aus meiner Sicht die Einbeziehung der sinnvollen, ausgewogenen und möglichst nachhaltigen Nutzung von KI in den Unterrichtsalltag. Ziel muss dabei sein, dass KI nicht als Ersatz für eigenständiges Denken und Arbeiten genutzt wird, sondern als Werkzeug für Wissensaneignung und die Entwicklung von Lernkompetenzen dient. Auch in Bezug auf die spätere Berufswahl und den zunehmenden Einsatz von KI in der Arbeitswelt müssen die Schüler*innen darauf vorbereitet werden, diese Technologien kompetent und kritisch für ihr zukünftiges Berufsleben einzusetzen.

Antworten von Klara

Wie machen wir Mobilität für junge Menschen bezahlbar?

Mobilität ist eine Grundvoraussetzung für soziale und kulturelle Teilhabe. Wir fordern daher ein kostenloses ÖPNV-Ticket für alle Menschen, die unter 27 Jahre alt sind. Damit nehmen wir jungen Menschen eine enorme finanzielle Belastung und ermöglichen ihnen, unabhängig mobil zu sein.

Wie wollen Sie die ÖPNV-Anbindungen im ländlichen Raum und das Schienen- und Radwegenetz ausbauen?

Wir brauchen ein flächendeckendes und gut getaktetes ÖPNV-Netz, sodass Bus und Bahn sinnvoll und zuverlässig aufeinander abgestimmt sind und jedem Menschen im ganzen Land Mobilität ohne Auto garantieren. Konkret fordern wir den Ausbau neuer Verbindungen, die Reaktivierung alter Strecken und einen Takt von mindestens einer Stunde.
Ergänzend setzen wir auf Regiobusse, die zuverlässige und schnelle Verbindungen zwischen den Regionen ermöglichen sowie Rufbusse, die an Orten eingesetzt werden, an denen der reguläre Linienverkehr nicht bis nach Hause fährt. Zudem braucht es an Bahnhöfen und Knotenpunkten eine nahtlose und unkomplizierte Verknüpfung mit dem Radverkehr.
Außerdem muss bis spätestens 2035 der gesamte ÖPNV vollständig barrierefrei sein.

Wie wollen Sie bessere Standortfaktoren für Betriebe in Mecklenburg-Vorpommern schaffen?

MV muss zukunftsfähig gemacht werden, indem wir günstige Rahmenbedingungen für die Ansiedlung neuer und moderner Industrien schaffen. Ziel ist es, neben der Schaffung von Arbeitsplätzen, echte Jobchancen für junge Fachkräfte in MV zu etablieren, um auch jungen Menschen hier im Land Zukunftsperspektiven und Chancen zu bieten.

Wie wollen Sie jungen Menschen, die noch kein oder nur wenig Geld verdienen, erleichtern, günstigen Wohnraum zu finden?

Wohnen ist ein Grundrecht und darf niemals Luxusgut werden. Mieten machen mittlerweile einen Großteil des Einkommens von v. a. jungen Menschen aus und steigen stetig weiter. Städte spalten sich entlang der Einkommen, Wohnraum ist knapp und Kleinstädte und Dörfer werden verlassen. Um dem entgegenzuwirken, setzen wir konsequent auf sozialen Wohnungsbau. Dazu braucht es eine wirksame Mietpreisbremse sowie die Stärkung der Mieter*innenrechte. Leerstände im Land müssen weiterhin systematisch renoviert und die bürokratischen Hürden bei Planungs- und Bauvorhaben massiv abgebaut werden, um schneller bezahlbaren Wohnraum zu schaffen.

Wie können wir Schüler*innen, Auszubildenden und Studierenden einen besseren Zugang zum Arbeitsmarkt ermöglichen?

Ein fairer Zugang zum Arbeitsmarkt bedeutet gleiche Chancen für alle. Dafür müssen wir schon in der Schule die Voraussetzungen schaffen, indem wir Schüler*innen Orientierung und individuelle Förderung bieten. Besonders wichtig ist die frühzeitige und verbindliche Sprachförderung, um Menschen unabhängig von ihrer Herkunft und Heimatsprache die gleichen Chancen zu bieten. Weiterhin muss die Vernetzung zwischen Bildungseinrichtungen und Betrieben gestärkt werden, um praxisnahe Übergänge ins Berufsleben zu schaffen. Es braucht weiterhin die Förderung von Quereinstiegen.

Damit junge Menschen überhaupt in MV bleiben wollen, müssen sie hier echte Zukunftsperspektiven haben. Dafür müssen die Rahmenbedingungen für Ausbildungen verbessert werden. Wir investieren daher in moderne, gut ausgestattete Berufsschulen und vergünstigten Wohnraum. Mit dem Azubi-Start-Bonus, den wir im Wahlprogramm fordern, erhalten Azubis zum Start der ersten Ausbildung zinsfrei 1.500 Euro. Wer danach mindestens ein Jahr in MV gearbeitet hat, muss diese nicht zurückzahlen.

Antworten von Klara

Wo sehen Sie Ihre Verantwortung beim Rechtsruck, und was werden Sie zukünftig dagegen tun?

Ich beobachte und verfolge den aktuellen Rechtsruck mit größter Sorge und Angst. Innerhalb meiner Partei ist leider auch zu beobachten, dass sich Positionen verschieben. Dennoch sind wir bei den anstehenden Wahlen zentral, um eine AfD-Alleinregierung zu verhindern. Meine Verantwortung sehe ich darin, konsequent für den sozialen und linken Kern der bündnisgrünen Partei einzustehen. Ich stehe für eine queerfeministische, klimagerechte und unmissverständlich antifaschistische Politik.

Wie stehen Sie zum AfD-Verbotsverfahren?

Ganz klar: ich bin dafür!

Wie stehen Sie zu frei verfügbaren Periodenprodukten auf allen Toiletten?

Kostenlose Hygienprodukte auf allen Toiletten sind nicht nur eine gute Idee, sondern aus meiner Sicht absolut essenziell. Alle öffentlichen Gebäude sowie Schulen, Universitäten, Ausbildungsstätten etc. sollten diese, unabhängig von der Geschlechtszuordnung der Toiletten, bereitlegen, damit alle menstruierenden Personen unkompliziert darauf Zugriff haben.

In Mecklenburg-Vorpommern gibt es immer mehr sehr arme und in Deutschland sehr reiche Menschen. Finden Sie das gerecht? Wenn nein, wie wollen Sie das ändern?

Das ist absolut ungerecht. Herkunft, Einkommen der Eltern, psychische und physische Situation, Lebensumstände und sozialer Status dürfen niemals darüber entscheiden, wer genug Geld für Essen hat, sich eine gute Ausbildung finanzieren kann und soziale Teilhabe erleben darf. Das ist aber leider aktuell der Fall, denn während die Reichen immer reicher werden, rutschen immer mehr Menschen in MV in Armut, welche meist auch über Generationen weitergegeben wird. Das können und werden wir nicht akzeptieren.
Es braucht überall eine Tarifbindung und faire Löhne, Sozialwohnungsbau, mehr kostenlose Kulturangebote, auch speziell für junge Menschen, mehr Orte ohne Konsumzwang sowie mehr Gemeinschaftsorte, die kostenlos und niedrigschwellig für alle zugänglich sind. Weiterhin darf kein Kind hungrig in die Schule gehen, weshalb kostenloses, gesundes und regionales Schulessen enorm wichtig ist. Weiterhin fordern wir ein kostenloses U27-Ticket, damit soziale Angebote und Beratungsstellen für alle erreichbar sind.

Auf Bundesebene ist es darüber hinaus enorm wichtig, das Steuersystem so zu reformieren, dass Vermögen und Erbschaften endlich fair besteuert werden.

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