Claudia Müller
- Stralsund II
- Bündnis 90/Die Grünen
Wo feiern Sie am liebsten? Was ist für Sie ein feierlicher Ort?
Draußen. Egal ob Festivalgelände (leider viel zu selten mittlerweile) oder bei Freund*innen im Garten
Nutella-Brot mit oder ohne Butter?
Dunkle Schokocreme – ohne Butter!
Antworten von Claudia
Bildung & Medien
Antworten von Claudia
Wie schaffen wir faire Lernbedingungen für alle Schüler*innen?
Chancengerechtigkeit fängt für uns in der Kita an: mit kleineren Gruppen, beitragsfreier Kita und einem Recht auf Ganztagsplatz für jedes Kind. In der Schule setzen wir auf längeres gemeinsames Lernen bis Klasse 6, damit nicht schon mit zehn Jahren über Bildungswege entschieden wird, und auf echte Inklusion mit ausreichend Personal, damit kein Kind durchs Raster fällt.
Wie wollen Sie einen respektvollen und kompetenten Umgang von Lehrkräften zu Schüler*innen sicherstellen?
Wir wollen mehr Mitentscheidung für Schülerinnen an unseren Schulen: echte Schulkonferenzen, eigene von Schülerinnen verwaltete Schulbudgets (1.000–4.000 €) und Demokratiebildung als festen Bestandteil im Studienplan von Lehrkräften. Wer mitentscheiden darf, wird auch ernst genommen.
Wie wollen Sie die Qualität von Schulessen verbessern?
Wir wollen Schulküchen ausbauen, damit Essen frisch und warm ist. Außerdem ist für uns klar, dass das Essen Standards wie das DGE-Zertifikat einhalten muss. Langfristig wollen wir erreichen, dass das Land die Kosten für leckeres und gesundes Essen in der Schule vollständig übernimmt. Bis es so weit ist, streben wir eine schrittweise Erhöhung der Beteiligung des Landes an.
Wie stehen Sie dazu, Chinesisch oder andere wichtig werdende Sprachen an Schulen als zweite Fremdsprache anzubieten?
Ja, wir wollen, dass Schulen mehr Freiheit bei ihrem Fremdsprachenangebot bekommen, auch für Sprachen wie Chinesisch oder auch Polnisch oder andere Sprachen des Ostseeraums. Mehr Profilbildung heißt für uns: Schulen entscheiden selbst, welche Sprachen zu ihrer Region und ihren Schüler*innen passen.
Medienbildung & KI
Antworten von Claudia
Wie stehen Sie zu einem eigenen Unterrichtsfach „Medienbildung“?
Wir wollen, dass Medienkompetenz eine Querschnittsaufgabe fest in den Lehrplänen und in der pädagogischen Ausbildung verankert werden, insbesondere zu Desinformation, Cybermobbing und digitaler Mündigkeit.
Was wollen Sie gegen Pornografie mit KI – sogenannte Deepfakes – im Internet machen?
Bei Deepfakes sind ganz klar: Es braucht konsequente Strafverfolgung im digitalen Raum und dafür technisch und personell besser ausgestattete Polizei bzw. Staatsanwaltschaften. Außerdem fordern wir Präventionskonzepte gegen digitale Gewalt an Schulen und Hochschulen.
Wie befähigen wir junge Menschen zu einem sicheren und konstruktiven Umgang mit KI?
Digitale Selbstverteidigung als kostenlose Workshops (Bibliotheken/VHS), Medienkompetenz verbindlich in Lehrplänen, plus die Grundhaltung: KI nur dort einsetzen, wo sie nachweislich Mehrwert schafft – Transparenz statt Blackbox, auch als Bildungsprinzip.
M-V attraktiver machen; Ausbildung / Studium / Arbeit
Antworten von Claudia
Wie machen wir Mobilität für junge Menschen bezahlbar?
Wir wollen ein kostenloses Deutschlandticket für alle Menschen unter 27 in MV.
Wie wollen Sie die ÖPNV-Anbindungen im ländlichen Raum und das Schienen- und Radwegenetz ausbauen?
Wir fordern einen Landesverkehrsplan mit verbindlichem Stundentakt im ganzen Land. Außerdem wollen wir stillgelegte Bahnstrecken (u. a. Darßbahn, Karniner Brücke) reaktivieren. Für die letzte Meile braucht es mehr Regio- und Rufbusse für die letzte Meile. Und für alle, die lieber selber fahren: Wir fordern ein flächendeckendes Landesradnetz mit Radschnellwegen zwischen größeren Orten.
Wie wollen Sie bessere Standortfaktoren für Betriebe in Mecklenburg-Vorpommern schaffen?
Wir bauen Bürokratie ab – etwa durch Praxischecks für Landesgesetze: Bevor ein Gesetz beschlossen wird, testen wir gemeinsam mit Unternehmen aus der Praxis, ob es umsetzbar ist oder unnötigen Aufwand schafft, und bessern nach statt hinterher zu reparieren. Dazu kommen einfachere Förderprogramme und wir wollen mehr Fachkräfte aus dem Ausland anwerben. Unser größter Standortvorteil ist günstiger, grüner Strom – den nutzen wir gezielt, um energieintensive Industrien wie Batterieproduktion oder Rechenzentren anzusiedeln, und bauen die Bioökonomie als Zukunftsbranche aus.
Wie können wir es jungen Menschen, die noch kein oder wenig Geld verdienen, erleichtern, günstigen Wohnraum zu finden?
Wir bauen bezahlbaren Wohnraum speziell für Azubis aus, etwa über die Programme „Jung kauft Alt“ und „Neuer Schwung für alte Orte“, und erhöhen die Sozialwohnungsquote. Mit einem Azubi-Start-Bonus von 1.500 Euro zinsfrei helfen wir direkt beim Start ins Berufsleben. Wer die Ausbildung abschließt und dann ein Jahr noch als Fachkraft in MV arbeitet, muss das Darlehen nicht zurückzahlen.
Wie können wir Schüler*innen, Auszubildenden und Studierenden einen besseren Zugang zum Arbeitsmarkt ermöglichen?
Wir bringen Schulen und Betriebe über Patenschaften früh zusammen, damit Berufsorientierung nicht erst kurz vor dem Abschluss beginnt. Gleichzeitig vernetzen wir Hochschulen und Fachschulen stärker mit regionalen Unternehmen und verbessern die Ausstattung der Berufsschulen.
Rechtsextremismus; Themen junger Menschen in M-V
Antworten von Claudia
Wo sehen Sie Ihre Verantwortung beim Rechtsruck und was werden Sie zukünftig dagegen tun?
Unsere Verantwortung ist, hinzuschauen und zu handeln, statt Rechtsextremismus kleinzureden. Wir befähigen die Sicherheitsbehörden, rechtsextreme Netzwerke schneller zu erkennen und aufzulösen, verankern die Landeszentrale für politische Bildung gesetzlich und machen Demokratiebildung von der Schule bis in Ausbildung und Beruf verpflichtend.
Wie stehen Sie zum AfD-Verbotsverfahren?
Wir unterstützen ein AfD-Verbotsverfahren.
Wie stehen Sie zu frei verfügbaren Periodenprodukten auf allen Toiletten?
Periodenprodukte gehören für uns zur Grundausstattung an Schulen, Hochschulen und öffentlichen Gebäuden, genau wie Toilettenpapier auch.
In Mecklenburg-Vorpommern gibt es immer mehr sehr arme und in Deutschland sehr reiche Menschen. Finden Sie das gerecht? Wenn nein, wie wollen Sie das ändern?
Nein, das ist nicht gerecht. Bei Armutsbekämpfung geht es nicht um individuelles Versagen, sondern um strukturelle Ungleichheit. Wir wollen Armut strukturell angehen. Um die Herkunft von Armut besser zu verstehen und wer genau betroffen ist, fordern wir einen Landesarmutsbericht.
Wir wollen mit einem ganzen Bündel an Maßnahmen Armut in MV bekämpfen. Dazu zählen gezielte Maßnahmen in in Mobilität, Wohnen, Bildung, Arbeit, Ernährung, Energie.