Eric Giesel

Eric Giesel

Wo feiern Sie am liebsten? Was ist für Sie ein feierlicher Ort?

Am liebsten feiere ich mit Freunden – unabhängig davon, wo und wann. Entscheidend ist für mich nicht der Ort, sondern dass wir gemeinsam etwas erleben und eine gute Zeit miteinander verbringen.

Nutella-Brot mit oder ohne Butter?

Weder noch. Ich esse zum Frühstück lieber griechischen Joghurt mit Nüssen und Granatapfelkernen.

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Bildung & Medien

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Wie schaffen wir faire Lernbedingungen für alle Schüler*innen?

Wir brauchen kleinere Klassen, damit Lehrkräfte ausreichend Zeit für jedes einzelne Kind haben. Schüler benötigen individuelle Unterstützung und Anleitung, weil nicht alle unter denselben Voraussetzungen lernen. Schule sollte außerdem mehr sein als reine Wissensvermittlung. Sie muss Kinder und Jugendliche körperlich und seelisch gut versorgen. Dazu gehören Schulsozialarbeit, psychologische Unterstützung, gesundes Essen, Bewegung und verlässliche Ansprechpartner.

Wie wollen Sie einen respektvollen und kompetenten Umgang von Lehrkräften zu Schüler*innen sicherstellen?

An Schulen müssen klare und möglichst einheitliche Regeln gelten. Entscheidungen von Lehrkräften müssen transparent und nachvollziehbar sein. Schüler dürfen nicht den Eindruck bekommen, willkürlich behandelt zu werden. Lehrkräfte sollten regelmäßig in Kommunikation und Konfliktlösung weitergebildet werden. Respekt, klare Grenzen und eine verständliche Kommunikation gehören für mich zusammen.

Wie wollen Sie die Qualität von Schulessen verbessern?

An allen Schulen sollte qualitativ gutes und gesundes Essen zu einem kleinen Preis angeboten werden. Das Angebot muss für alle Schüler erreichbar sein und darf nicht vom Einkommen der Eltern abhängen. Neben klassischen Gerichten müssen auch vegetarische Mahlzeiten selbstverständlich sein. Zusätzlich sollten Wasser und ungesüßter Tee an allen Schulen kostenlos zur Verfügung stehen.

Wie stehen Sie dazu, Chinesisch oder andere wichtig werdende Sprachen an Schulen als zweite Fremdsprache anzubieten?

Chinesisch als mögliche Fremdsprache halte ich für ein gutes Angebot. China spielt international wirtschaftlich, politisch und kulturell eine wichtige Rolle. Neben Englisch und Spanisch ist mir auch Russisch wichtig. Sprache ermöglicht Verständigung. Gerade in Zeiten politischer Spannungen sollten wir Brücken erhalten, statt den kulturellen Austausch einzuschränken. Nicht jede Schule wird jede Sprache anbieten können. Schulen sollten ihr Angebot aber entsprechend der Interessen der Schüler und der vorhandenen Lehrkräfte erweitern dürfen.

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Wie stehen Sie zu einem eigenen Unterrichtsfach „Medienbildung“?

In Mecklenburg-Vorpommern gibt es seit dem Schuljahr 2019/2020 ab Klasse 5 das Fach „Informatik und Medienbildung“. Das ist grundsätzlich richtig. Die bisherigen Ergebnisse zeigen aus meiner Sicht jedoch, dass der Bildungsauftrag noch nicht ausreichend erfüllt wird. Der digitale Wandel muss aktiv gestaltet werden. Kinder und Jugendliche müssen auf Herausforderungen wie Cybermobbing, Cybergrooming, problematische Internetnutzung und Pornografiesucht vorbereitet werden, bevor daraus psychische Erkrankungen entstehen. Neben technischen Fähigkeiten brauchen wir digitale Ethik, Medienkritik sowie die Förderung von Resilienz und emotionaler Kompetenz. Diese Inhalte sollten altersgerecht und regelmäßig durch entsprechend qualifizierte Fachkräfte vermittelt werden.

Was wollen Sie gegen Pornografie mit KI, sogenannte Deepfakes, im Internet machen?

Betroffene von sexualisierten KI-Deepfakes brauchen schnelle Hilfe und mentale Unterstützung. Solche Bilder können Menschen psychisch schwer verletzen und ihr soziales Leben dauerhaft belasten. Unternehmen, die KI-Systeme und Internetplattformen betreiben, müssen durch klare gesetzliche Vorgaben verpflichtet werden, die Erstellung und Verbreitung solcher Inhalte technisch so weit wie möglich zu unterbinden. Inhalte müssen schnell gelöscht und Verantwortliche konsequent verfolgt werden.

Wie befähigen wir junge Menschen zu einem sicheren und konstruktiven Umgang mit KI?

Künstliche Intelligenz gehört bereits zum Alltag. Deshalb ist ein allgemeines KI-Verbot an Schulen aus meiner Sicht falsch. Schule soll auf das wirkliche Leben vorbereiten und darf technische Entwicklungen nicht einfach ausblenden. Der verantwortungsvolle Umgang mit KI muss im Unterricht gelehrt werden. Schüler müssen lernen, Ergebnisse kritisch zu überprüfen, Quellen zu hinterfragen und Fehler oder Manipulationen zu erkennen. Auch die Reflexion von KI-Ergebnissen sollte prüfungsrelevant werden. Entscheidend ist künftig nicht nur, eine Antwort zu erhalten, sondern ihre Qualität und Folgen beurteilen zu können.

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Wie machen wir Mobilität für junge Menschen bezahlbar?

Alle Kinder und Jugendlichen müssen mobil sein können. Mobilität entscheidet darüber, ob junge Menschen ihre Schule, Freunde, Freizeitangebote oder kulturelle Veranstaltungen erreichen können. Deshalb unterstütze ich ein stark vergünstigtes Deutschlandticket für alle Kinder und Jugendlichen, die eine Schule besuchen. Die Nutzung sollte einfach und möglichst unbürokratisch sein.

Wie wollen Sie die ÖPNV-Anbindungen im ländlichen Raum und das Schienen- und Radwegenetz ausbauen?

Wir brauchen häufigere, besser aufeinander abgestimmte und vor allem verlässliche Verbindungen. Auch weniger stark genutzte Strecken dürfen nicht vorschnell aufgegeben werden. Ein öffentlicher Nahverkehr erfüllt eine gesellschaftliche Aufgabe und darf nicht nur nach kurzfristiger Wirtschaftlichkeit beurteilt werden. Reguläre Bus- und Bahnlinien sind für mich verlässlicher als eine zunehmende Verlagerung auf Rufbusse. Rufbusse können ergänzen, sollten aber keinen funktionierenden Linienverkehr ersetzen.
Zur Attraktivität gehören außerdem klimatisierte Busse und Bahnen sowie beleuchtete, sichere und wettergeschützte Wartebereiche. Auch das Radwegenetz muss durchgängig und sicher ausgebaut werden.

Wie wollen Sie bessere Standortfaktoren für Betriebe in Mecklenburg-Vorpommern schaffen?

Betriebe brauchen bezahlbare Energie, damit Produktion, Arbeitsplätze und Ausbildungsplätze im Land erhalten bleiben. Bei bürokratischen Hürden sollte die öffentliche Verwaltung Unternehmen aktiv unterstützen, statt lediglich Forderungen zu stellen und Anträge abzulehnen. Gerade kleine und mittlere Betriebe benötigen feste Ansprechpartner und verständliche Verfahren. Gemeinnützige und gemeinwohlorientierte Unternehmen sollten beim Aufbau durch Fördermittel und günstige Kredite unterstützt werden. Wirtschaftlicher Erfolg und gesellschaftlicher Nutzen können und sollten zusammengehören.

Wie können wir es jungen Menschen, die noch kein oder wenig Geld verdienen, erleichtern, günstigen Wohnraum zu finden?

Wir brauchen deutlich mehr bezahlbare Wohnheime für Auszubildende und Studierende. Diese sollten für die Dauer der Ausbildung oder des Studiums verlässlich genutzt werden können. Moderne Wohnheime sollten nicht nur ein kleines Zimmer anbieten. Sinnvoll wären gemeinschaftliche Sportmöglichkeiten, Einkaufsmöglichkeiten und Räume für Begegnung. Ergänzend sollten dort Beratungsangebote vorhanden sein – beispielsweise zu Versicherungen, Finanzen, Lebensplanung und beruflicher Orientierung. Auch Coachingangebote und mentale Unterstützung können jungen Menschen helfen, selbstständig ins Erwachsenenleben zu starten.

Wie können wir Schüler*innen, Auszubildenden und Studierenden einen besseren Zugang zum Arbeitsmarkt ermöglichen?

Unternehmen aus der jeweiligen Umgebung sollten regelmäßig in Schulen eingeladen werden. Sie können dort unterschiedliche Berufsbilder, Ausbildungswege und Entwicklungsmöglichkeiten vorstellen. Besonders wertvoll sind direkte Gesprächsrunden zwischen Beschäftigten und Schülern. Junge Menschen erhalten dadurch einen realistischen Einblick in den Arbeitsalltag und können Fragen stellen, die in einer klassischen Unternehmensbroschüre kaum beantwortet werden. So entstehen persönliche Kontakte, und auch weniger bekannte Berufe sowie regionale Unternehmen werden sichtbarer.

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Wo sehen Sie Ihre Verantwortung beim Rechtsruck und was werden Sie zukünftig dagegen tun?

Zunächst sollte der Begriff „Rechtsruck“ genauer definiert werden. Er wird heute häufig pauschal für sehr unterschiedliche politische Positionen verwendet. Das erschwert eine sachliche Auseinandersetzung. Politik trägt Verantwortung, wenn soziale Probleme nicht gelöst werden und viele Menschen das Vertrauen in staatliche Institutionen verlieren. Wer Milliarden in Aufrüstung investiert, gleichzeitig aber bei Schulen, Wohnungen, Pflege und öffentlicher Infrastruktur spart, verstärkt gesellschaftliche Unsicherheit.
Auch Kriege und militärische Eskalationen müssen beendet werden. Kriege zerstören Lebensgrundlagen und zwingen Menschen zur Flucht. Eine verantwortungsvolle Friedenspolitik ist deshalb auch Sozial- und Flüchtlingspolitik.
Zugleich müssen wir unsere Demokratie weiterentwickeln. Dazu gehören mehr direkte Volksabstimmungen, eine stärkere Beteiligung der Bevölkerung und die Diskussion darüber, unter welchen Voraussetzungen auch eine Abwahl politisch Verantwortlicher möglich sein kann.
Menschenfeindlichkeit, Rassismus und politische Gewalt lehne ich klar ab. Demokratie wird aber nicht allein durch Abgrenzung geschützt, sondern vor allem durch soziale Sicherheit, politische Ehrlichkeit und wirkliche Mitbestimmung.

Wie stehen Sie zum AfD-Verbotsverfahren?

Ich möchte die politische Auseinandersetzung nicht durch ein Parteienverbot ersetzen.
Der Aufstieg der AfD ist aus meiner Sicht auch eine Folge langjähriger politischer Fehlentscheidungen, sozialer Unsicherheit und eines erheblichen Vertrauensverlusts gegenüber den etablierten Parteien. Der sogenannte Rechtsruck ist daher nicht ohne die politischen und gesellschaftlichen Ursachen zu betrachten.
Wir müssen die Umstände verändern, die Menschen in Protest und Ablehnung treiben. Dazu gehören soziale Sicherheit, bezahlbare Energie und Wohnungen, eine friedliche Außenpolitik sowie nachvollziehbare politische Entscheidungen.
Verfassungsfeindliche Äußerungen oder Handlungen müssen konsequent nach rechtsstaatlichen Maßstäben verfolgt werden. Ein Parteienverbot darf jedoch nicht dazu dienen, die inhaltliche Auseinandersetzung und die Aufarbeitung eigener politischer Fehler zu vermeiden.

Wie stehen Sie zu frei verfügbaren Periodenprodukten auf allen Toiletten?

Kostenlose Periodenprodukte sollten an Schulen, Hochschulen und öffentlichen Einrichtungen selbstverständlich verfügbar sein. Niemand sollte wegen fehlender finanzieller Mittel in eine unangenehme oder entwürdigende Situation geraten.
Für mich gehört dazu eine umfassendere Grundversorgung. Deshalb sollten auch Trinkwasser und ungesüßter Tee an Bildungseinrichtungen kostenlos angeboten werden.

In Mecklenburg-Vorpommern gibt es immer mehr sehr arme und in Deutschland sehr reiche Menschen. Finden Sie das gerecht? Wenn nein, wie wollen Sie das ändern?

Nein, diese Entwicklung ist nicht gerecht. Wenn einzelne Menschen über Milliardenvermögen verfügen, während andere trotz Arbeit ihre Miete, Energie oder gesunde Lebensmittel kaum bezahlen können, stimmt das gesellschaftliche Gleichgewicht nicht mehr.
Millionäre und Milliardäre müssen durch höhere Steuern stärker in die Verantwortung genommen werden. Reichtum darf nicht grenzenlos wachsen, während der Staat bei der Mehrheit der Bevölkerung spart. Gleichzeitig müssen Menschen mit kleinen und mittleren Einkommen entlastet werden. Gesunde Grundnahrungsmittel sollten nicht besteuert werden. Der soziale Wohnungsbau muss deutlich intensiviert werden.
Niedrige Energiepreise sind zudem wichtig, um Betriebe und Arbeitsplätze zu sichern. Ergänzend sollten gemeinnützige und gemeinwohlorientierte Unternehmen in allen Branchen stärker unterstützt werden.

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