Christian Brade

Christian Brade

Wo feiern Sie am liebsten? Was ist für Sie ein feierlicher Ort?

Ich feiere am allerliebsten direkt bei mir zu Hause in der Region, gemeinsam mit den Menschen aus Parchim, Lübz, Plau am See und den umliegenden Gemeinden. Für mich gibt es nichts Schöneres, als dort zu feiern, wo das echte Leben stattfindet und wo man die Gemeinschaft und das ehrenamtliche Engagement unserer Region spüren kann. Besonders gerne bin ich auf diesen Festen dabei: Unsere Stadt- und Regionalfeste, wie das große Jubiläum 800 Jahre Parchim unter dem Motto „Parchim voll(er) Leben“ – hier kommt die ganze Stadt zusammen, und man feiert gemeinsam mit Nachbarn, Freunden und Vereinen. Es ist mir immer eine besondere Ehre, als Festredner bei den Jugendweihe-Feiern in Parchim dabei zu sein. Als sportpolitischer Sprecher bin ich natürlich auch gerne dort, wo der Sport gefeiert wird – die Geselligkeit nach dem Wettkampf gehört für mich einfach dazu.

Nutella-Brot mit oder ohne Butter?

Das ist wahrscheinlich die größte Glaubensfrage am Frühstückstisch – aber ich sage ganz klar: Ein Nutellabrot schmeckt am besten MIT Butter! Für mich gehört die Schicht Butter einfach als perfekter Geschmacksträger unter die Nuss-Nugat-Creme. Außerdem verhindert sie, dass das Brot zu trocken wird. Als Genussmensch finde ich: Wenn schon süß frühstücken, dann auch richtig!

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Bildung & Medien

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Wie schaffen wir faire Lernbedingungen für alle Schüler*innen?

Für mich als Sozialdemokrat steht fest: Faire Lernbedingungen schaffen wir nur, wenn die soziale Herkunft der Eltern nicht mehr über den Bildungserfolg unserer Kinder entscheidet. Jedes Kind in Mecklenburg-Vorpommern hat das Recht auf die bestmögliche Förderung und moderne Schulen. Dafür setze ich mich für kostenfreie Bildung von Anfang an ein – mit beitragsfreier Kita und kostenfreiem Hort haben wir finanzielle Hürden für Familien abgebaut. Über das Startchancen-Programm lenken wir Geld gezielt dorthin, wo die Herausforderungen am größten sind. Der Ausbau von Ganztagsangeboten fängt familiäre Unterschiede auf, und kein Kind darf im Unterricht abgehängt werden, weil teure Lehr- oder Arbeitsmittel fehlen. Auch die Stärkung des ländlichen Raums mit kurzen, sicheren Schulwegen gehört für mich dazu.

Wie wollen Sie einen respektvollen und kompetenten Umgang von Lehrkräften zu Schüler*innen sicherstellen?

Für mich ist klar: Ein respektvoller und kompetenter Umgang auf Augenhöhe ist das Fundament für erfolgreiches Lernen. Schule darf kein Ort der Angst sein, sondern muss ein sicherer Raum für alle Kinder und Jugendlichen sein. Dazu gehören die Stärkung der Demokratiebildung, der Ausbau multiprofessioneller Teams durch Schulsozialarbeit und psychologisches Fachpersonal sowie ein fester Fokus auf Mediation und Konfliktkompetenz in der Lehrkräftebildung. Zudem brauchen Jugendliche klare, unabhängige Beschwerdepfade und Vertrauenspersonen an jeder Schule.

Wie wollen Sie die Qualität von Schulessen verbessern?

Für mich steht fest: Jedes Kind hat das Recht auf ein gesundes, leckeres und bezahlbares Mittagessen in der Schule. Ich setze mich für verbindliche DGE-Qualitätsstandards ein, für mehr regionale und Bio-Produkte im Topf sowie für Verpflegungsausschüsse, in denen Schüler, Eltern und Lehrer den Speiseplan mitgestalten können. Wir brauchen zudem moderne Mensen als Wohlfühlorte mit ausreichend langen Mittagspausen und müssen über Bezuschussungen sicherstellen, dass gesundes Essen für alle Familien bezahlbar bleibt.

Wie stehen Sie dazu, Chinesisch oder andere wichtig werdende Sprachen an Schulen als 2. Fremdsprache anzubieten?

Für mich ist klar: Unsere Schulen müssen junge Menschen auf eine globalisierte Welt vorbereiten. Das Angebot solcher Sprachen halte ich für einen spannenden und zukunftsorientierten Ansatz, den wir flexibel und bedarfsorientiert ermöglichen sollten – etwa im Rahmen von Ganztagsangeboten oder Schulpartnerschaften. Wir müssen dabei aber ehrlich mit dem Lehrkräftemangel umgehen und auf digitale, schulübergreifende Lösungen setzen. Bei aller Bedeutung globaler Sprachen ist mir besonders die Förderung von Polnisch als Nachbarsprache im Grenzraum ein wichtiges Anliegen.

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Wie stehen Sie zu einem eigenen Unterrichtsfach „Medienbildung“?

Für mich steht fest: Medienkompetenz ist im 21. Jahrhundert eine absolute Schlüsselqualifikation. Ich bin allerdings skeptisch, ob ein komplett neues, isoliertes Pflichtfach der schnellste Weg ist, da das neue Lehrpläne und die Suche nach spezialisierten Lehrkräften bedeuten würde. Stattdessen gehört Medienbildung für mich als feste Querschnittsaufgabe in bestehende Fächer wie Geschichte, Sozialkunde oder Informatik. Praxisnahe Projekttage mit externen Experten sowie eine Fortbildungsoffensive für Lehrkräfte sind mir dabei besonders wichtig.

Was wollen Sie gegen Pornografie mit KI (Deepfakes) im Internet machen?

Das Thema betrifft mich als Sozialpolitiker zutiefst. Wir müssen auf mehreren Ebenen ansetzen: Das Strafrecht muss konsequent durchgreifen, denn die Erstellung und Verbreitung solcher Deepfakes ist eine schwere Straftat. Plattformen müssen gesetzlich in die Pflicht genommen werden, Deepfakes automatisiert zu erkennen und gemeldete Inhalte schnell zu löschen. Prävention und Aufklärung an den Schulen sind entscheidend, ebenso wie schnelle, unbürokratische Hilfe für Betroffene – die in den allermeisten Fällen Frauen und Mädchen sind.

Wie befähigen wir junge Menschen zu einem sicheren und konstruktiven Umgang mit KI?

Wir dürfen KI an den Schulen weder verbieten noch unkontrolliert laufen lassen, sondern müssen sie als Werkzeug begreifen, dessen Chancen man nutzen und dessen Risiken man beherrschen muss. Dafür setze ich mich für die Integration von KI als Lernbegleiter ein, für die Schulung von kritischem Denken und Faktencheck sowie für Sensibilisierung im Umgang mit Datenschutz und Urheberrecht. Auch das Verständnis der Funktionsweise von Algorithmen gehört für mich in den Unterricht, damit Jugendliche KI selbstbewusst und angstfrei nutzen können.

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Wie machen wir Mobilität für junge Menschen bezahlbar?

Für mich als Abgeordneter aus dem ländlichen Raum ist klar: Mobilität bedeutet Freiheit, Teilhabe und Unabhängigkeit – das darf niemals am Geldbeutel der Jugendlichen scheitern. Ich setze mich für den Ausbau des kostenfreien Schülerverkehrs, für ein dauerhaft günstiges Azubi- und Freiwilligenticket sowie für starke Rufbus- und Shuttlesysteme im ländlichen Raum ein. Zudem sollen Führerschein-Zuschüsse junge Menschen bei den explodierenden Kosten entlasten, wenn der Führerschein für ihren Berufsweg nötig ist.

Wie wollen Sie die ÖPNV-Anbindungen im ländlichen Raum und das Schienen- und Radwegenetz ausbauen?

Ein starker ländlicher Raum funktioniert nur mit einer modernen, verlässlichen und vernetzten Infrastruktur. Ich kämpfe für verlässliche Stundentakte auf der Schiene und die gezielte Reaktivierung stillgelegter Strecken, etwa der Südbahn zwischen Parchim, Lübz, Karow und Plau am See. Wo Linienbusse keinen Sinn ergeben, sorgen flächendeckende Rufbus-Systeme für Erreichbarkeit. Radwege müssen konsequent ausgebaut und Mobilitätshubs an Bahnhöfen geschaffen werden, die verschiedene Verkehrsmittel intelligent verknüpfen.

Wie wollen Sie bessere Standortfaktoren für Betriebe in M-V schaffen?

Wir sichern gute Arbeitsplätze und Wohlstand im ländlichen Raum nur, wenn unsere Unternehmen wettbewerbsfähig bleiben. Dafür braucht es einen Turbo bei der digitalen Infrastruktur mit flächendeckendem Glasfaser- und 5G-Ausbau, echte Entlastung durch Bürokratieabbau sowie bezahlbare und verlässliche grüne Energie durch günstige Regionalstromtarife. Auch die gezielte Fachkräftesicherung vor Ort, etwa durch moderne Berufsschulen und eine enge Verzahnung von Wirtschaft und Schule, ist mir wichtig.

Wie können wir es jungen Menschen, die noch kein bzw. wenig Geld verdienen, erleichtern, günstigen Wohnraum zu finden?

Für mich als Sozialdemokrat ist das eine der wichtigsten Fragen überhaupt: Wohnen ist ein Grundrecht. Ich setze auf den Ausbau von Azubi- und Studierendenwohnheimen, auf Kooperationen mit kommunalen Wohnungsbaugesellschaften für „Junges-Wohnen“-Kontingente sowie auf Erleichterungen für Wohngemeinschaften im Mietrecht. Zudem muss Wohngeld für junge Menschen leichter zugänglich sein, und der Ausbau bezahlbarer erneuerbarer Energie soll auch die Nebenkosten senken.

Wie können wir Schüler*innen, Auszubildenden und Studierenden einen besseren Zugang zum Arbeitsmarkt ermöglichen?

Der Übergang von Schule, Ausbildung oder Studium in den Beruf muss eine nahtlose Brücke sein. Ich setze mich für praxisnahe Berufsorientierung ab Klasse 7 ein, für bezahlte Pflichtpraktika und faire Einstiegsbedingungen sowie für eine zentrale, digitale Vermittlungsplattform für ganz M-V. Auch die Stärkung dualer Studiengänge in Kooperation mit heimischen Betrieben ist mir wichtig, damit junge Menschen den Berufseinstieg direkt vor der Haustür finden.

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Wo sehen Sie Ihre Verantwortung beim Rechtsruck und was werden Sie zukünftig dagegen tun?

Als demokratischer Abgeordneter sehe ich mich in einer doppelten Verantwortung: Wir müssen uns selbstkritisch eingestehen, dass verlorenes Vertrauen in die Handlungsfähigkeit des Staates Protestbewegungen Nährboden gibt, und gleichzeitig eine klare Kante gegen Verfassungsfeinde zeigen. Dafür setze ich auf maximale Präsenz im ländlichen Raum, den massiven Ausbau der Demokratiebildung an Schulen, die Unterstützung des zivilgesellschaftlichen Ehrenamts sowie eine strikte Brandmauer ohne parlamentarische Normalisierung gesichert rechtsextremer Kräfte. Soziale Gerechtigkeit ist für mich der beste Verfassungsschutz.

Wie stehen Sie zum AfD-Verbotsverfahren?

Ich teile die Position meiner SPD-Landesregierung: Ein Parteiverbot ist das schärfste Schwert unserer wehrhaften Demokratie und darf niemals leichtfertig eingesetzt werden. Ein Verbotsverfahren braucht absolut hieb- und stichfestes Material, da ein Scheitern die Partei in ihrer Opferrolle fatal stärken würde. Zudem löst ein Verbot das zugrundeliegende Problem nicht – die politische Auseinandersetzung bleibt unsere Hauptaufgabe. Vor einem Gesamtverbot müssen zudem alle anderen rechtlichen Mittel ausgeschöpft werden.

Wie stehen Sie zu frei verfügbaren Periodenprodukten auf allen Toiletten?

Für mich steht fest: Der Zugang zu Menstruationsprodukten ist keine Luxusfrage, sondern eine Frage der Gesundheit, der sozialen Gerechtigkeit und der Gleichstellung. Ich unterstütze kostenfreie Periodenprodukte ausdrücklich, weil sie den Druck aus dem Schulalltag nehmen und „Periodenarmut“ bekämpfen. Viele Kommunen in M-V testen solche Spender bereits über Pilotprojekte – diese Erfahrungen sollten wir auswerten und landesweit ausrollen. Menstruationsprodukte kostenlos anzubieten, ist für mich ein längst überfälliger Schritt zu echter Gleichberechtigung.

In M-V gibt es immer mehr sehr arme und in Deutschland sehr reiche Menschen. Finden Sie das gerecht? Wenn nein, wie wollen Sie das ändern?

Nein, ich finde diese Entwicklung überhaupt nicht gerecht – das widerspricht zutiefst meinen Grundwerten als Sozialdemokrat. Um das zu ändern, setze ich mich für gute Löhne über das Tariftreuegesetz ein, für die finanzielle Entlastung von Familien durch beitragsfreie Kita und kostenfreien Hort sowie für eine faire Besteuerung von Vermögen und Spitzenverdiensten. Auch die gezielte Bekämpfung von Altersarmut, etwa durch ein stabiles Rentenniveau und den Abbau von Hürden bei der Grundsicherung, ist mir ein wichtiges Anliegen.

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