Grit Schmelzer

Grit Schmelzer

Wo feiern Sie am liebsten? Was ist für Sie ein feierlicher Ort?

Schon als Kinder waren wir mit Familie oft auf Dorffesten und haben da die Stimmung und den Kuchen genossen. Ich liebe Konzerte -egal ob klassisch oder modern, besonders wenn sie an ungewöhnlichen Orten wie z.B. Kirchen stattfinden. Aber genauso im Verein oder mit Freunden macht feiern Spaß oder auch allein mit meiner besten Freundin bei einem guten Glas Wein.
Egal ob Konzert, Festival oder die eigene Terrasse: Wichtiger als der Ort sind für mich die Menschen, die mitfeiern.

Nutella-Brot mit oder ohne Butter?

Das ist mir ziemlich egal. Hauptsache das Brötchen ist vom Bäcker um die Ecke

Antworten von Grit

Bildung & Medien

Antworten von Grit

Wie schaffen wir faire Lernbedingungen für alle Schüler*innen?

Für mich sind Lernbedingungen dann fair, wenn nicht das Geld der Eltern oder der Wohnort darüber entscheidet, welche Chancen ein Kind hat. Deshalb bleibt Bildung von der Kita bis zum Hort gebührenfrei. Das ist für junge Leute übrigens auch ein Grund wieder nach MV zurückzukommen.
Bildung ist in meinen Augen mehr als reine Wissensvermittlung. Auch Sozialkompetenz und Selbstbewusstsein sind wichtig, um gut durchs Leben zu kommen. Unterstützung hierbei kann es zukünftig an Schulen mit Multiprofessionellen Teams geben, in denen neben Lehrkräften auch Pädagogen und Psychologen mitarbeiten.
Wir investieren bis 2035 rund 600 Millionen Euro, um Schulen und Berufsschulen zu sanieren und besser auszustatten.
Um die Qualität zu verbessern, werden die Gruppen in Kita und Hort kleiner. Aber auch Lehrkräfte müssen von ihren vielen Zusatzaufgaben entlastet werden. Und ganz persönlich würde ich mir wünschen, dass sie auch eine Unterrichtsstunde in der Woche weniger geben könnten. Dazu brauchen wir aber erst genug Fachkräfte. Mit der neuen, praxisorientierteren Lehrerausbildung wird das sicher bald gelingen.

Wie wollen Sie einen respektvollen und kompetenten Umgang von Lehrkräften zu Schüler*innen sicherstellen?

Von der Krippe bis zum Abitur war ich immer im Elternrat. Dabei habe ich gelernt, dass das Klima in der Einrichtung erheblich davon abhängt, wie gut die Führung ist und ob alle Beteiligten auf Augenhöhe miteinander reden. Dann sind Schülerinnen und Schüler motiviert und Lehrkräfte kommen gerne an die Schule.
Ich finde: Respekt funktioniert in beide Richtungen. Lehrkräfte verdienen Respekt, aber Schülerinnen und Schüler genauso.
Junge Menschen müssen ernst genommen werden und an ihrer Schule mitreden können. Deshalb setze ich mich für eine demokratische Schule ein, in der Mitbestimmung nicht nur irgendwo in einer Schulordnung steht.
Auch ein guter Umgang mit Konflikten und ein respektvolles Miteinander müssen fest zur Fortbildung von Lehrkräften gehören.

Wie wollen Sie die Qualität des Schulessens verbessern?

Ich finde, Schulessen muss drei Dinge können: gesund sein, schmecken und bezahlbar bleiben. Klingt einfach – klappt aber leider noch nicht überall.
Das Mittagessen soll sich an den Standards der Deutschen Gesellschaft für Ernährung orientieren. Außerdem wollen wir den Anteil regionaler und biologischer Produkte auf mindestens 25 Prozent erhöhen.
Viele Schulen kochen selbst oder werden regional beliefert. So ist die Qualität oft höher und das Essen wird nicht von früh an warm gehalten. Und so können Schülerinnen und Schüler leichter dabei mitreden.

Wie stehen Sie dazu, Chinesisch oder andere wichtig werdende Sprachen als zweite Fremdsprache anzubieten?

Gerade junge Menschen sollten mal über den Tellerrand hinaus sehen. Fremdsprachen helfen später im Beruf, aber auch dabei, andere Länder und Menschen besser zu verstehen.
Bei uns in Mecklenburg-Vorpommern spielt Polnisch als Sprache unseres Nachbarlandes eine besondere Rolle.
Ich sehe, dass Spanisch an unseren Schulen immer beliebter wird. Es ist relativ einfach zu vermitteln und wird weltweit von 560 Mio Menschen gesprochen.
Chinesisch wird schon heute für hochbegabte Kinder angeboten und selbst diese empfinden es als schwer. Ich weiß auch nicht, ob wir ausreichend gute Lehrer dafür bekommen.
Grundsätzlich bin ich offen für neue Sprachen, wenn Schülerinnen und Schüler Interesse haben, es ein gutes Konzept gibt und genügend Lehrkräfte da sind.

Antworten von Grit

Wie stehen Sie zu einem eigenen Unterrichtsfach „Medienbildung“?

Für mich ist Medienkompetenz heute genauso wichtig wie Lesen, Schreiben und Rechnen. Schülerinnen und Schüler müssen lernen Fake News zu erkennen, Quellen zu überprüfen, ihre Daten zu schützen und soziale Medien sicher zu nutzen.
Gelingt dies nicht, gerät bei den heutigen Angriffen sogar die Demokratie in Gefahr.
Statt nur eines einzelnen Fachs wollen wir Medienbildung von Anfang an in alle Bildungsangebote implementieren. Dafür stärken wir besonders die Lehrkräfte und Erziehenden durch gezielte Fortbildungen.
Denn bei neuen Apps sind Schülerinnen und Schüler meistens ein bisschen schneller als wir Erwachsenen.

Was wollen Sie gegen Pornografie mit KI, also Deepfakes, im Internet machen?

Für mich sind pornografische Deepfakes kein Spaß und kein harmloser Streich. Damit werden Menschen verletzt und herabgewürdigt.
Ich will, dass Polizei und Strafverfolgungsbehörden technisch mithalten können. Dafür brauchen sie moderne Technik und Fachpersonal.
Auf Bundes- und besonders EU-Ebene setzen wir uns außerdem für strengere Regeln für App-Anbieter und Plattformen ein. Besonders Kinder und Jugendliche müssen besser vor illegalen und gefährlichen Inhalten geschützt werden.

Wie befähigen wir junge Menschen zu einem sicheren und konstruktiven Umgang mit KI?

KI kann uns in vielen Bereichen das Leben Leichter machen. Aber gerade in dieser Woche haben wir auch davon gehört, dass sie Grenzen überschritten und Menschen manipuliert hat.
Junge Menschen müssen lernen, wie sie KI sinnvoll nutzen, Ergebnisse überprüfen und Manipulationen erkennen können. Deshalb soll der Umgang mit KI fest in den Unterricht und in die Rahmenpläne aufgenommen werden.
Mit Projekten wie den Digitalen Landesschulen schaffen wir moderne Angebote für Medienkompetenz und IT-Wissen.
KI kann viel. Selber denken müssen wir trotzdem noch.

Antworten von Grit

Wie machen wir Mobilität für junge Menschen bezahlbar?

Mit dem Azubi- und SeniorenTicket stützen wir heute schon das Deutschlandticket mit 20 € im Monat. Für Schülerinnen und Schüler gibt es viele verschiedene Angebote. Gemeinsam mit den Kommunen wollen wir aus all diesen Bausteinen ein Jugendticket machen, mit dem alle junge Menschen in ganz MV kostengünstig unterwegs sein können.
In einigen Bereichen im ländlichen Raum ist man auf ein Auto angewiesen. Hier möchten wir die Jungen Leute mit einem zinslosen Kredit für den Führerschein unterstützen.

Wie wollen Sie die ÖPNV-Anbindungen im ländlichen Raum und das Schienen- und Radwegenetz ausbauen?

Wer auf dem Land wohnt, soll auch ohne Auto zur Schule, zur Ausbildung, zum Sport oder zu Freunden kommen können. Idealerweise nicht nur am Tag, sondern auch abends z.B. zu Freunden oder ins Kino.
Deshalb bauen wir ein landesweites Rufbussystem auf. Das Ziel ist, dass tagsüber jedes Dorf mindestens alle zwei Stunden erreichbar ist.
Außerdem wollen wir Bahnstrecken reaktivieren, Radwege an Landesstraßen ausbauen und die Orte besser durch Radwege miteinander verbinden.
In diesem Wahlkreis setzen wir uns mit Kommunalpolitikern unterschiedlicher Parteien für die sogenannte „Lalendorfer Kurve“ ein. Damit würden wir ohne Umsteigen direkt nach Rostock durchfahren können -wichtig für Azubis und Pendler wie auch für Touristen.

Wie wollen Sie bessere Standortfaktoren für Betriebe in Mecklenburg-Vorpommern schaffen?

Ich will, dass Unternehmen bei uns gute Bedingungen finden. Dazu gehören schnelles Internet, bezahlbare Energie, gute Verkehrswege und eine Verwaltung, die Entscheidungen nicht unnötig verschleppt.
Deshalb bringen wir schnelles Internet bis an jede Milchkanne.
Mit grünen Gewerbegebieten wollen wir Firmen direkten Zugang zu günstigem Strom aus Wind- und Sonnenenergie ermöglichen.
Außerdem unterstützen wir digitale Start-ups und junge Unternehmen durch Innovationscamps und Gründungsförderung.
Digitalisierung und Entbürokratisierung werden zusammen gedacht. So werden Vorgänge gekürzt, Genehmigungen gestrichen, Behördengänge digitalisiert. Das sorgt dafür, dass Fachkräfte ihre Zeit nicht mit Bürokratie verbringen müssen. Das sind wir mitten im Prozess. Als nächstes sind auch Förderprogramme dran soweit der Landesrechnungshof bei den Vereinfachungen mitgeht.

Wie können wir es jungen Menschen erleichtern, günstigen Wohnraum zu finden?

Eine große Herausforderung für Ausbildung oder ein Studium ist besonders in den Studentenstädten bezahlbarer Wohnraum.
Deshalb investieren wir in Wohnheime für Studierende und Auszubildende, um so insgesamt 1000 neue oder sanierte Wohnheimplätze zu schaffen.
Das Land unterstützt außerdem die Unterkunftskosten von Auszubildenden. Über den sozialen Wohnungsbau sorgen wir dafür, dass geförderte Wohnungen langfristig bezahlbar bleiben.

Wie können wir Schüler*innen, Azubis und Studierenden einen besseren Zugang zum Arbeitsmarkt ermöglichen?

Wenn man seine Berufung gefunden hat, ist Arbeiten gehen Selbstverwirklichung und keine Pflicht. Deshalb sollen junge Menschen frühzeitig erfahren, welche Berufe es gibt und was zu ihnen passen könnte.
Wir haben die Berufsorientierung an allen Schulen gestärkt. Für Praktika im Handwerk hilft eine Praktikumsprämie bei den Fahrkosten oder der Unterbringung. Das wollen wir auch auf andere Bereiche ausdehnen.
Wer keinen Ausbildungsplatz findet, soll nicht einfach allein gelassen werden. Dafür gibt es Unterstützung durch eine Ausbildungsplatzgarantie.
Im Schweriner Bereich hat das Pilotprogramm „Jobmotor“ die Arbeitslosigkeit bei Menschen unter 25 Jahren um 25 % gesenkt. Dabei werden junge Menschen persönlich beim Einstieg in Ausbildung und Arbeit unterstützt. Das Programm brauchen wir im ganzen Land.

Antworten von Grit

Wo sehen Sie Ihre Verantwortung beim Rechtsruck und was werden Sie dagegen tun?

Ich finde, Politik muss sich ehrlich fragen, warum Menschen Vertrauen verlieren. Es hilft nicht, Probleme kleinzureden oder zu ignorieren.
Aber ebenso klar ist für mich: Rassismus, Hass und rechte Gewalt sind keine Lösung.
Ich stehe für Zusammenhalt, Vielfalt und eine starke Demokratie. Und ich glaube, dass ein direktes Gespräch Brücken bauen kann. So gelingt ein Perspektivwechsel und schafft die notwendige Akzeptanz. Denn nur gemeinsam werden wir die Herausforderungen unserer Zeit bewältigen.
Als SPD stärken wir das Landesprogramm „Demokratie und Toleranz“ und unterstützen Beratungsstellen für Menschen, die Opfer rechter Gewalt geworden sind.
Ich möchte den Dialog nicht verlieren. Wo aber Grenzen überschritten werden, zeige ich klar Haltung.

Wie stehen Sie zum AfD-Verbotsverfahren?

Für mich ist klar: Wo die AfD unsere Demokratie angreift, Menschen gegeneinander aufhetzt oder sich immer weiter radikalisiert, muss der Rechtsstaat konsequent handeln.
Ein Parteiverbot ist eine sehr ernste juristische Frage. Darüber entscheiden am Ende die zuständigen Gerichte auf Grundlage von Beweisen.
Bei der Kontrolle auch einzelner Vorgänge und Personen müssen wir alle Möglichkeiten des Rechtsstaates nutzen. Gleichzeitig braucht es politische Bildung, starke demokratische Angebote und eine Politik, die Probleme tatsächlich löst.

Wie stehen Sie zu frei verfügbaren Periodenprodukten auf allen Toiletten?

Jede Frau weiß, dass es auch mal unverhofft passieren kann. Dann sind Periodenprodukte an Schulen und anderen öffentlichen Einrichtungen ein Seegen.
Aus Erfahrungen anderer weiß ich aber, dass man so etwas nicht an jedem Ort liegen lassen kann – weil es in die eigene Tasche oder auch in die Toilette wandert.
In Schulen hat es sich bewährt, wenn eine Person des Vertrauens – die gute Seele im Schulbüro oder die Schulsozialarbeiterin- bei Bedarf Hygieneartikel ausreicht. Und gleich für den ganzen Tag, damit man nicht 2x kommen muss.
Firmen wie OB stellen übrigens kostenfreie Pakete für den Aufklärungsunterricht zur Verfügung. Das ist so viel – da bleibt auch etwas für den guten Zweck übrig.

Finden Sie die Einkommensverteilung gerecht? Wie wollen Sie das ändern?

Seit der Wende sind die Arbeitsbedingungen viel besser geworden und auch die Löhne. Es gibt Bereiche, in denen man richtig gut verdienen kann. Aber trotz Mindestlohn gibt es auch die andere Seite: Menschen die körperlich schwer arbeiten oder Jobs machen, die sonst keiner machen will. Und die verdienen oft nicht genug um neben den Lebenshaltungskosten noch etwas für Urlaub oder eine neue Waschmaschine beiseite zu legen.
Wenn Menschen Vollzeit arbeiten und trotzdem kaum ihre Miete, Lebensmittel oder Strom bezahlen können, läuft etwas falsch. Gleichzeitig wachsen sehr große Vermögen immer weiter.
Nicht jede Branche, aber diese Menschen brauchen höhere Löhne. Das Tarifvergabegesetz, mehr Tarifverträge und ein fairer Mindestlohn helfen dabei.
Auf Bundesebene setzen wir uns außerdem für eine Vermögensteuer für sehr reiche Menschen ein. Wer sehr viel besitzt, kann auch mehr für unsere Gesellschaft beitragen.

Diese Kandidat*innen könnten dich auch interessieren

Partyhut
Klara Hansen
Partyhut
Jacqueline Bernhardt
Partyhut
Diana Gode