Hannes Grabia

Hannes Grabia

Wo feiern Sie am liebsten? Was ist für Sie ein feierlicher Ort?
Am Wasser – See oder Ostsee, mit Freunden, Musik und Lagerfeuer. Ein feierlicher Ort ist für mich jeder Ort, an dem Menschen zusammenkommen, ohne dass vorher drei Formulare ausgefüllt werden müssen. Genau dafür machen wir übrigens Politik: dass Feiern in MV wieder einfacher wird – für Dorffeste, Vereinsfeiern und spontane Abende gilt bei uns künftig: anmelden statt genehmigen.

Nutella-Brot mit oder ohne Butter?
Mit Butter – ganz klar. Aber im Zweifel für die Freiheit: Bei uns darf jeder sein Nutella-Brot schmieren, wie er will. Hauptsache, der Staat schreibt es nicht vor.

Antworten von Hannes

Bildung & Medien

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Wie schaffen wir faire Lernbedingungen für alle Schüler?
Fair ist, wenn nicht der Wohnort oder das Elternhaus über die Schule entscheidet, sondern ihr selbst. Deshalb wollen wir Bildungsgutscheine: Das Geld folgt dem Schüler, Familien wählen die Schule frei, und Schulen müssen sich um euch bemühen – nicht umgekehrt. Dorfschulen bleiben erhalten, mit flexiblen Mindestschülerzahlen und jahrgangsübergreifenden Klassen. Und es gilt das Leistungsprinzip: Was ihr könnt, zählt – nicht, wen ihr kennt.

Wie wollen Sie einen respektvollen und kompetenten Umgang von Lehrkräften zu Schülern sicherstellen?
Durch zwei Dinge. Erstens: Entlastung. Wer als Lehrer unter Bürokratie und Riesenklassen begraben wird, hat keine Kraft mehr für echten Umgang – wir streichen Verwaltungsaufgaben, damit Zeit für euch bleibt. Zweitens: Wahlfreiheit als ehrlichster Schutz. Wenn ihr die Schule wechseln könnt, ohne Antragsmarathon, können sich Schulen schlechten Umgang schlicht nicht mehr leisten. Respekt lässt sich nicht per Erlass verordnen – aber man kann ein System bauen, in dem er sich lohnt.

Wie wollen Sie die Qualität von Schulessen verbessern?
Weniger Vergabebürokratie, mehr Wettbewerb: Heute gewinnt oft der billigste Großanbieter die Ausschreibung – der regionale Koch von nebenan scheitert am Papierkram. Wir vereinfachen Vergabe- und Hygienevorschriften, damit auch kleine, regionale Anbieter liefern können, und geben Schulen die Freiheit, ihren Anbieter selbst zu wählen und zu wechseln, wenn es nicht schmeckt. Wer jeden Tag Kunden verlieren kann, kocht besser.

Wie stehen Sie dazu, Chinesisch oder andere wichtig werdende Sprachen an Schulen als 2. Fremdsprache anzubieten?
Anbieten: ja, gern – vorschreiben: nein. Schulen sollen selbst entscheiden dürfen, welche Sprachen sie anbieten, ohne dafür jahrelang auf Genehmigungen aus dem Ministerium zu warten. Wenn eine Schule Lehrer und Nachfrage für Chinesisch, Polnisch oder Spanisch hat, soll sie morgen anfangen können. Genau das ist unser Bildungsansatz: Vielfalt entsteht durch freie Schulen, nicht durch zentrale Lehrpläne.

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Wie stehen Sie zu einem eigenen Unterrichtsfach „Medienbildung“?
Ehrliche Antwort: Wir sind skeptisch gegenüber jedem neuen Pflichtfach per Erlass. Medienkompetenz ist wichtig – aber sie gehört in Mathe, Deutsch und Gesellschaftskunde integriert und lebt vom Können der Lehrer, nicht vom Namen im Stundenplan. Schulen, die ein eigenes Fach dafür einrichten wollen, sollen das frei tun dürfen. Verordnete Fächer von oben haben noch nie Kompetenz erzeugt – gute Schulen schon.

Was wollen Sie gegen Pornografie mit KI (Deepfakes) im Internet machen?
Deepfake-Pornografie von realen Personen ist kein Internetproblem, sondern eine Straftat mit echten Opfern – und genau darauf konzentrieren wir Polizei und Justiz. Wir wollen spezialisierte Ermittler, schnelle Löschanordnungen und konsequente Strafverfolgung der Täter. Was wir ablehnen: anlasslose Überwachung aller, etwa durch Chatkontrolle. Man schützt Opfer, indem man Täter verfolgt – nicht, indem man 1,6 Millionen Unschuldige durchleuchtet.

Wie befähigen wir junge Menschen zu einem sicheren und konstruktiven Umgang mit KI?
Durch Benutzen statt Verbieten. Wer KI täglich nutzt, lernt am schnellsten, wo sie glänzt und wo sie halluziniert – dieses Urteilsvermögen entsteht durch Übung, nicht durch Warnplakate. Schulen sollen KI-Werkzeuge frei einsetzen dürfen, ohne an Datenschutz-Übererfüllung zu scheitern. Und das Wichtigste bleibt klassisch: Wer selbst rechnen, schreiben und kritisch denken kann, wird von keiner KI über den Tisch gezogen.

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Beim größten Kostenpunkt anfangen: dem Führerschein. Der ist so teuer, weil Auflagen, Pflichtstunden und lange Prüfungswartezeiten ihn künstlich verteuern – wir entrümpeln die Vorschriften, lassen mehr Wettbewerb unter Fahrschulen zu und beschleunigen Prüfungstermine. Dazu: bezahlbarer Sprit statt immer neuer Energieabgaben und Straßen, die saniert sind. Gratistickets versprechen wir nicht – die bezahlt ihr am Ende selbst, nur über Steuern mit Umweg.

Wie wollen Sie die ÖPNV-Anbindungen im ländlichen Raum und das Schienen- und Radwegenetz ausbauen?
Ehrlich: Wir versprechen keinen großen Ausbau, weil das Geld dafür bei euch als Steuern und Schulden wieder abgeholt würde. Unsere Priorität: Was fährt, muss zuverlässig fahren – allen voran der Schülerverkehr, der heute zu oft ausfällt. Und wir lassen neue Angebote endlich zu: private Shuttles, Mitfahrdienste, Rufbusse von Unternehmern – vieles davon scheitert heute an Konzessionsbürokratie, nicht an fehlender Nachfrage. Radwege werden dort gebaut, wo Bedarf ist – entschieden vor Ort.

Wie wollen Sie bessere Standortfaktoren für Betriebe in M-V schaffen?
Drei Dinge, die sofort wirken: Erstens die Genehmigungsfiktion – Behörden, die schweigen, stimmen zu. Kein Betrieb wartet mehr monatelang auf ein Papier. Zweitens: Steuern und Abgaben runter, Förderbürokratie weg – ehrliches Geld statt Antragsmarathon. Drittens: bezahlbare Energie. Das schafft die Jobs, für die ihr nicht mehr wegziehen müsst – in Werften, Handwerk, Tourismus und Tech.

Wie können wir es jungen Menschen, die noch kein bzw. wenig Geld verdienen, erleichtern, günstigen Wohnraum zu finden?
Günstig wird Wohnen nur durch eines: mehr Wohnungen. Wir entrümpeln die Landesbauordnung, schaffen Stellplatzpflicht und unnötige Auflagen ab und lassen Umnutzungen zu – aus der leeren Scheune wird die WG, aus dem Bürohaus das Apartmenthaus. Die Mietpreisbremse schaffen wir ab, denn sie verknappt genau die Wohnungen, die ihr sucht. Und beim ersten eigenen Zuhause: null Grunderwerbsteuer.

Wie können wir Schülern, Auszubildenden und Studenten einen besseren Zugang zum Arbeitsmarkt ermöglichen?
Einstiege dürfen nicht wegreguliert werden: Praktika, Ferienjobs und Nebenjobs müssen unbürokratisch möglich sein – heute scheitern sie oft an Melde- und Dokumentationspflichten, die Betriebe abschrecken. Wir entlasten Betriebe insgesamt, denn wer Luft zum Atmen hat, bildet aus und stellt ein. Das duale System bauen wir aus, und wer arbeiten will, soll schnell dürfen – auch neben Schule und Studium.

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Wo sehen Sie Ihre Verantwortung beim Rechtsruck und was werden Sie zukünftig dagegen tun?
Unsere Verantwortung ist, die Ursache zu beseitigen statt am Symptom zu doktern. Menschen wählen radikal, wenn sie sich von der Politik behandelt fühlen wie Untertanen: nicht gehört, belehrt, abkassiert. Dagegen hilft keine weitere Kampagne, sondern ein Staat, der funktioniert und die Menschen ernst nimmt. Wir bieten allen, die wütend sind, eine freiheitliche Alternative: klare Kante gegen Politikversagen – ohne Ausgrenzung von Menschen. Straftaten bekämpfen Polizei und Justiz, egal aus welcher Richtung.

Wie stehen Sie zum AfD-Verbotsverfahren?
Wir lehnen es ab – nicht aus Sympathie, sondern aus demokratischer Überzeugung. Eine Partei, die von hunderttausenden Menschen in MV gewählt wird, verbietet man nicht weg; man macht sie überflüssig, indem man bessere Politik anbietet. Ein Verbotsverfahren würde jahrelang das Opfernarrativ füttern und im Scheitern die Demokratie beschädigen. Für Straftaten Einzelner gilt das Strafrecht – für den politischen Wettbewerb gilt die Wahlurne.

Wie stehen Sie zu frei verfügbaren Periodenprodukten auf allen Toiletten?
Wo das jemand anbietet – Schulen, Unis, Betriebe, Vereine – finden wir das gut und unkompliziert. Was wir ehrlich sagen: Eine landesweite Pflicht mit Steuerfinanzierung wollen wir nicht, denn „kostenlos“ heißt immer: bezahlt von allen, verwaltet von Behörden. Solche Entscheidungen gehören dorthin, wo sie umgesetzt werden – an eure Schule, in euren Verein. Vor Ort entschieden ist das schneller da als per Landesgesetz.

In M-V gibt es immer mehr sehr arme und in Deutschland sehr reiche Menschen. Finden Sie das gerecht? Wenn nein, wie wollen Sie das ändern?
Ungerecht ist für uns nicht, dass jemand reich ist – ungerecht ist, wenn Aufstieg blockiert wird. Und genau das passiert: Wer in MV arbeitet, verliert fast die Hälfte an Steuern und Abgaben, zahlt Rekordpreise für Energie und Wohnen und soll dann auch noch beim ersten Eigenheim Grunderwerbsteuer zahlen. Wir wollen, dass aus eigener Arbeit wieder Eigentum werden kann: weniger Abgaben, null Grunderwerbsteuer beim Ersterwerb, günstigere Energie. Umverteilung macht niemanden reich – Aufstiegschancen schon.

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