Jonas Löffler

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Wo feiern Sie am liebsten? Was ist für Sie ein feierlicher Ort?
Sommerparty im Garten!

Nutella-Brot mit oder ohne Butter?
Nutella mit Butter ist obszön.

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Bildung & Medien

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Wie schaffen wir faire Lernbedingungen für alle Schüler*innen?
Wir planen höchstens zwei Klausuren pro Woche, extra Ruheräume für die Pausen, Gutscheine für Lernmaterialien und keine Noten mehr in Kunst, Musik und Sport. Außerdem brauchen wir mehr Personal in der Bildung: Lehrkräfte, Sozialarbeiterinnen, Hortmitarbeitende, Administratorinnen, Integrationshelferinnen und viele mehr. Nur so können wir allen Schülerinnen individuell gerecht werden und sie in ihrer Entwicklung und Entfaltung bestens unterstützen. Wir wollen dafür ein Bildungspaket über 300 Millionen Euro, 950 zusätzliche Lehrkräftestellen, Schulsozialarbeit an jeder Schule und 100 zusätzliche Psycholog*innen.

Wie wollen Sie einen respektvollen und kompetenten Umgang von Lehrkräften zu Schüler*innen sicherstellen?
Respekt kann man nicht verordnen, wir wollen den Rahmen dafür aber verbessern. Mithilfe von anonymen Feedbackbögen zur Unterrichtsgestaltung sollen Schülerinnen selbst zur Verbesserung beitragen können. Außerdem muss schon in der Lehrkräfteausbildung Praxis in den Klassen eine größere Rolle spielen. Das und vieles mehr wird mit unserem neuen Gesetz seit Juni 2025 angegangen. Viele Lehrkräfte gehen in den Ruhestand. Der Druck auf die einzelnen Lehrkräfte im Dienst erhöht sich immer mehr. Mit einer großen Investition in die Bildung wird Die Linke weiter daran arbeiten, allen Schülerinnen genügend pädagogisch und fachlich qualifizierte Menschen im Bildungsprozess an die Seite zu stellen.

Wie wollen Sie die Qualität von Schulessen verbessern?
Gesunde Ernährung für alle darf nicht allein auf die Schultern der Eltern abgewälzt werden. Wir wollen die Gemeinschaftsversorgung durch regionale Produkte stärken. Jede Kommune weiß am besten, wie das vor Ort gut zu schaffen ist. Statt Vorgaben von oben wollen wir den Gemeinde- und Stadtvertreter*innen wieder mehr Gestaltungsspielraum geben. Das geht nur mit mehr Geld im Haushalt. Dazu muss die Vermögensteuer aus dem Grundgesetz wieder aktiviert werden.

Wie stehen Sie dazu, Chinesisch oder andere wichtig werdende Sprachen an Schulen als 2. Fremdsprache anzubieten?
Ich bin dafür, dass Schulen ihr Sprachenangebot stärker selbst wählen können. Bei uns in Vorpommern liegt Polnisch näher, Stettin ist von Stralsund aus dichter dran als Hamburg. Wir wollen Vorpommern als Brückenregion nach Polen und in den Ostseeraum stärken, und eine Sprache lernt man am besten dort, wo man die Menschen trifft, die sie sprechen. Wenn Lehrkräfte da sind, die Chinesisch als Fach anbieten können, sollte das unbedingt ermöglicht werden!

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Wie stehen Sie zu einem eigenen Unterrichtsfach „Medienbildung“?
Als IT-Systemkoordinator an einer Schule sehe ich, wie wichtig kritische Medienbildung für alle Bereiche des Schulalltags und auch für alle Beteiligten ist, für Schüler*innen, Eltern und Lehrkräfte gleichermaßen. Medienbildung muss verpflichtender Bestandteil der Lehrpläne sein. Die Schulgemeinschaften können dann selbst gut entscheiden, wie sich das durch den Schulalltag ziehen soll.

Was wollen Sie gegen Pornografie mit KI (Deepfakes) im Internet machen?
Digitale Gewalt durch sexualisierte Deepfakes muss endlich unter Strafe gestellt werden. Besonders für die Betroffenen sollen aber Beratungsstellen ausgebaut und Polizei und Justiz im Umgang damit besser geschult werden. Im Bund und in der EU arbeiten wir daran, die großen Plattform- und KI-Betreiber mit Haftungs- und Sorgfaltspflichten sowie transparenten Algorithmen stärker in die Verantwortung zu nehmen.

Wie befähigen wir junge Menschen zu einem sicheren und konstruktiven Umgang mit KI?
In meiner Arbeit in der IT einer Schule ist der Umgang mit KI alltäglich. Mit Schülerinnen und mit Lehrkräften bin ich im Gespräch darüber, wie KI hilfreich in den Lernprozess eingebunden werden kann und wo sie bewusst ausgeschlossen bleiben muss. Sicherer Umgang mit unterschiedlichen KI-Anwendungen gehört zur Medienbildung und ist damit Querschnittsaufgabe. Jede Schule sollte sich selbst auf eine KI-Strategie verständigen. Beteiligung aller ist mir dabei besonders wichtig. Die Daten Minderjähriger sind dabei als besonders schützenswert zu berücksichtigen. Dazu gehört auch das Nutzungsverhalten in der Interaktion mit KI-Anwendungen. Neue KI-Schulsoftware hilft schon heute mit, den Unterricht, Prüfungsformate und Lernprozesse für Lehrende und Schülerinnen vielfältiger und besser zu machen. Freie Software und offene Bildungsressourcen sollen bevorzugt eingesetzt werden.

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Wie machen wir Mobilität für junge Menschen bezahlbar?
Wir als Die Linke fordern in unserem gemeinsam beschlossenen Wahlprogramm kostenlosen Nahverkehr für alle unter 21 Jahren. Außerdem wollen wir das Deutschlandticket für Azubis, Senior*innen und Studierende auf 29 Euro deckeln. Der Ausbau von Bahnstrecken und Nahverkehr soll Vorrang vor Straßen bekommen.

Wie wollen Sie die ÖPNV-Anbindungen im ländlichen Raum und das Schienen- und Radwegenetz ausbauen?
In meinem Wahlkreis wollen wir dafür sorgen, dass die Darßbahn schon sehr bald auch junge Menschen ohne Auto ab Barth oder Velgast direkt an den Strand von Zingst bringt. Mit unserer Verbesserung der finanziellen Ausstattung von Kommunen sollen diese zukünftig leichter selbst entscheiden können, wo und wann Radwege sinnvoll ausgebaut werden. Unser Rufbussystem soll weiter verbessert werden.

Wie wollen Sie bessere Standortfaktoren für Betriebe in M-V schaffen?
Wohnen muss für alle bezahlbar sein, besonders für die Menschen, die hier arbeiten. Wir wollen dem Bund weiter auf die Füße treten, damit der Stromnetzausbau nicht weiter ausgebremst wird. Nur so können wir mit den Erneuerbaren günstige Energie für Bürgerinnen und Wirtschaft zur Verfügung stellen. Ungerechtfertigte Industrierabatte wollen wir abschaffen und zum Beispiel mit einer Übergewinnsteuer für Mineralölkonzerne verhindern, dass mit Krisen Geld gemacht wird. Durch uns werden die Akteurinnen in der Wirtschaft belohnt, die innovative und nachhaltige Ideen haben, und nicht die, die nur von dynastischem Kapital zehren.

Wie können wir es jungen Menschen, die noch kein bzw. wenig Geld verdienen, erleichtern, günstigen Wohnraum zu finden?
Wir stehen klar für den Erhalt und die Ausweitung der Mietpreisbremse! Wohnungen sind zum Leben da und nicht für den Profit weniger. Wir stärken kommunale und genossenschaftliche Wohnungsunternehmen und den sozialen Wohnungsbau. Außerdem setzen wir uns für günstige Plätze in den Studierendenwohnheimen ein.

Wie können wir Schüler*innen, Auszubildenden und Studierenden einen besseren Zugang zum Arbeitsmarkt ermöglichen?
Unsere Investitionen in die Bildung sind das A und O für einen guten Start ins Berufsleben. Es verlassen noch zu viele Schüler*innen die Schulen ohne Abschluss. Das sehen wir als strukturelles Problem, und damit ist es eine politische Herausforderung. Wer dann bei uns eine Ausbildung abgeschlossen hat, findet in der Regel Arbeit. Die Frage ist, ob man davon leben kann. Mecklenburg-Vorpommern hat die niedrigsten Löhne aller Bundesländer, und im Tourismus ist vieles saisonal und schlecht planbar. Viele, die nach der Ausbildung wegziehen, gehen nicht, weil hier keine Stellen wären. Deshalb wollen wir Wirtschaftsförderung an soziale Kriterien koppeln. Kein Landesgeld für Betriebe mit Dumpinglöhnen. Wir wollen eine Berufsorientierung ohne Rollenklischees, Career-Center an den Hochschulen, die zu Perspektiven hier in der Region beraten, und mehr Wohnheimplätze für Azubis und Studierende.

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Wo sehen Sie Ihre Verantwortung beim Rechtsruck und was werden Sie zukünftig dagegen tun?
Beim Fußball stehen immer nur 22 Spielerinnen auf dem Platz, Zuschauerinnen und Kommentatorinnen sind zahllos. Bei der Gestaltung unserer Gesellschaft kann jeder mitwirken. Wir brauchen mehr Mitspielerinnen und weniger Kommentatorinnen am Spielfeldrand. Ich habe mich 2024 der Partei Die Linke angeschlossen, um etwas gegen den Rechtsruck in MV zu tun. Beteiligungsformate liegen mir besonders am Herzen, egal ob für Jugendliche, Bürger*innen von Kommunen oder innerhalb unserer Partei. Ehrenamtliches Engagement und Demokratiebildung müssen unterstützt, dauerhaft finanziert und gefördert werden.

Wie stehen Sie zum AfD-Verbotsverfahren?
Das Grundgesetz sieht Verbote für verfassungsfeindliche Parteien vor. Wir wollen ein Verbotsverfahren mitinitiieren. Das Bundesverfassungsgericht soll endlich prüfen können. Belastendes rechtsextremes Material gibt es leider mehr als genug. Das hat jüngst auch das Gutachten der Gesellschaft für Freiheitsrechte ergeben.

Wie stehen Sie zu frei verfügbaren Periodenprodukten auf allen Toiletten?
Klares Ja. Kostenlose Menstruationsprodukte an allen Schulen stehen in unserem Wahlprogramm. Eigentlich sollte das eine Selbstverständlichkeit sein, Toilettenpapier muss auch niemand selbst mitbringen.

In M-V gibt es immer mehr sehr arme und in Deutschland sehr reiche Menschen. Finden Sie das gerecht? Wenn nein, wie wollen Sie das ändern?
Nein, das finde ich nicht gerecht. Es ist auch kein Naturgesetz, sondern eine politische Entscheidung der Bundesregierungen der letzten 30 Jahre. Wir wollen die Vermögensteuer wieder aktivieren. Sie steht in Artikel 106 des Grundgesetzes, und damit sollen eigentlich die Bundesländer finanziert werden. Auch die demokratisch wichtige Erbschaftssteuer wurde in den letzten Jahrzehnten durchlöchert. Milliardenerbschaften können sie umgehen, kleine müssen sie bezahlen. Auch das ist ungerecht. Die Vermögenskonzentration in Deutschland ist politisch erzeugt. Es ginge auch anders. Allein wir als Die Linke treten nach oben! Wir wollen Überreiche mithilfe von Steuern zum gerechten Beitrag am Gemeinwesen verpflichten. Die erste Million Euro und selbstgenutztes Wohneigentum sollen dabei nicht besteuert werden. Das schont alle, die sich kleine Rücklagen erspart haben. Nur Multimillionäre und Milliardäre müssten relevante Summen bezahlen, und es käme trotzdem einiges zusammen: Für Mecklenburg-Vorpommern gäbe es nach unseren Plänen bis zu 1,7 Milliarden Euro mehr im Jahr. Wir würden dieses Geld für gute Schulen, kostenfreien Nahverkehr und bezahlbares Wohnen einsetzen, also für alles, was im Alltag hilft.

 

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