Katharina Horn
- -U30 Jahre
- Greifswald I
- Bündnis 90/Die Grünen
Wo feiern Sie am liebsten? Was ist für Sie ein feierlicher Ort?
Im Museumshafen Greifswald
Nutella-Brot mit oder ohne Butter?
Ohne!
Antworten von Katharina
Bildung & Medien
Antworten von Katharina
Wie schaffen wir faire Lernbedingungen für alle Schüler*innen?
Gute Bildung darf nicht vom Geldbeutel der Eltern, vom Wohnort oder davon abhängen, wie viel Unterstützung es zu Hause gibt. Deshalb wollen wir multiprofessionelle Teams an allen Schulen: Lehrkräfte, Schulsozialarbeit, Schulpsychologie, Sonderpädagogik und Inklusionshilfe sollen gemeinsam dafür sorgen, dass kein Kind durchs Raster fällt. Dazu gehören für uns auch moderne Lernräume, eine gute digitale Ausstattung, mehr Personal für Inklusion und unterschiedliche Wege zum Lernerfolg.
Und wir wollen Schüler*innen mehr zutrauen: Sie wissen selbst sehr gut, was an ihrer Schule funktioniert und was nicht. Deshalb wollen wir ihre Mitbestimmung stärken und ihnen eigene Schulbudgets geben, über deren Verwendung sie demokratisch entscheiden können.
Wie wollen Sie einen respektvollen und kompetenten Umgang von Lehrkräften zu Schüler*innen sicherstellen?
Respekt ist keine Einbahnstraße. Lehrkräfte brauchen genug Zeit, eine gute Ausbildung und regelmäßige Fortbildungen, um mit unterschiedlichen Bedürfnissen, Konflikten, Diskriminierung und psychischen Belastungen gut umgehen zu können. Deshalb wollen wir sie von Verwaltungsaufgaben entlasten, ihre Pflichtstundenzahl senken und möglichst alle offenen Stellen mit vollständig ausgebildeten Lehrkräften besetzen.
Genauso wichtig ist, dass Schülerinnen ernst genommen werden. Deshalb stärken wir Schülerinnenvertretungen und Schulkonferenzen. Schulsozialarbeit und Schulpsychologie müssen außerdem verlässlich ansprechbar sein, wenn es Probleme gibt.
Wie wollen Sie die Qualität von Schulessen verbessern?
Schulessen soll gesund, lecker und bezahlbar sein. Das Land soll sich an den Kosten einer hochwertigen Verpflegung beteiligen, die sich an den Standards der Deutschen Gesellschaft für Ernährung orientiert. Für uns ist klar: Kein Kind darf aus finanziellen Gründen vom gemeinsamen Essen ausgeschlossen sein.
Wir wollen außerdem Schulküchen ausbauen, damit wieder mehr frisch gekochte, warme Mahlzeiten auf den Tisch kommen. Dabei sollen möglichst regionale und ökologisch erzeugte Lebensmittel verwendet werden. Auch Ernährungsbildung gehört für uns in Kita und Schule.
Wie stehen Sie dazu, Chinesisch oder andere wichtig werdende Sprachen an Schulen als zweite Fremdsprache anzubieten?
Wir sind offen dafür, Chinesisch und andere Sprachen als zweite Fremdsprache anzubieten, wenn es dafür genügend Interesse, qualifizierte Lehrkräfte und ein dauerhaft tragfähiges Konzept gibt. Schulen sollen mehr Freiheit bekommen, ihr Angebot an den Interessen ihrer Schüler*innen und an regionalen Besonderheiten auszurichten.
Für Mecklenburg-Vorpommern ist dabei auch Polnisch besonders wichtig. Wir leben direkt neben Polen. Deshalb wollen wir den Polnischunterricht, Schulpartnerschaften und Austauschprogramme ausbauen. Neue Sprachangebote können zunächst auch in Modellprojekten erprobt werden.
Medienbildung & KI
Antworten von Katharina
Wie stehen Sie zu einem eigenen Unterrichtsfach „Medienbildung“?
Medienbildung muss ab der Grundschule verbindlich dazugehören. Ob dafür überall ein eigenes Fach die beste Lösung ist, wollen wir aber nicht pauschal vorgeben. Medien prägen heute fast alle Lebensbereiche und sollten deshalb auch in unterschiedlichen Fächern eine Rolle spielen. Entscheidend ist: Es braucht feste Lerninhalte, genug Unterrichtszeit und klare Zuständigkeiten, damit Medienbildung nicht nebenbei untergeht.
Junge Menschen sollen lernen, Informationen zu prüfen, Desinformation zu erkennen, ihre Daten zu schützen und verantwortungsvoll mit sozialen Medien umzugehen. Dafür müssen auch Lehrkräfte besser aus- und fortgebildet werden.
Was wollen Sie gegen Pornografie mit KI – sogenannte Deepfakes – im Internet machen?
Sexualisierte Deepfakes sind kein harmloser Spaß. Sie sind eine Form digitaler und sexualisierter Gewalt. Wer Bilder eines anderen Menschen ohne dessen Zustimmung sexualisiert oder verbreitet, verletzt massiv dessen Würde und Selbstbestimmung.
Betroffene müssen schnell Hilfe bekommen. Deshalb wollen wir Beratungs- und Hilfsangebote ausbauen und Polizei, Justiz sowie pädagogische Fachkräfte besser im Umgang mit digitaler Gewalt schulen. Plattformen brauchen leicht erreichbare Meldewege und müssen solche Inhalte schnell entfernen. Auf Bundesebene setzen wir uns für klare und wirksame Straf- und Plattformregeln ein. Gleichzeitig braucht es Prävention in Schulen, damit junge Menschen über Einwilligung, Persönlichkeitsrechte und manipulierte Bilder aufgeklärt werden.
Wie befähigen wir junge Menschen zu einem sicheren und konstruktiven Umgang mit KI?
KI gehört längst zum Alltag vieler junger Menschen. Sie in der Schule einfach zu ignorieren oder pauschal zu verbieten, wäre deshalb der falsche Weg. Schüler*innen müssen lernen, KI sinnvoll und kritisch zu nutzen. Dazu gehört auch zu wissen, dass KI Fehler machen, Quellen erfinden, Vorurteile reproduzieren und persönliche Daten verarbeiten kann.
Wir wollen datenschutzkonforme Anwendungen erproben, Lehrkräfte fortbilden und verbindlich vermitteln, wie Ergebnisse überprüft, Quellen kenntlich gemacht und Urheberrechte beachtet werden. KI kann beim Lernen helfen. Aber sie ersetzt weder eigenes Denken noch Lehrkräfte. Die letzte Verantwortung muss bei Menschen bleiben.
M-V attraktiver machen; Ausbildung / Studium / Arbeit
Antworten von Katharina
Wie machen wir Mobilität für junge Menschen bezahlbar?
Mit dem kostenlosen Deutschlandticket für alle Menschen unter 27 Jahren! Mobilität bedeutet Freiheit und Teilhabe. Ob Schule, Ausbildung, Hochschule, Freund*innen oder Sport: Junge Menschen sollen unabhängig vom Einkommen ihrer Eltern mobil sein können.
Aber ein günstiges Ticket hilft wenig, wenn kein Bus fährt. Deshalb gehört für uns zum U27-Ticket auch ein deutlicher Ausbau des öffentlichen Verkehrs.
Wie wollen Sie die ÖPNV-Anbindungen im ländlichen Raum und das Schienen- und Radwegenetz ausbauen?
Wir wollen einen verbindlichen Landesverkehrsplan, denn wer auf dem Land lebt, darf nicht vom Auto abhängig sein. Bus und Bahn werden so besser aufeinander abstimmt und ein mindestens Stundentakt im ganzen Land wird gesichert. Stillgelegte Bahnstrecken sollen reaktiviert und bestehende Strecken ausgebaut werden. Wo ein regulärer Busverkehr nicht sinnvoll ist, brauchen wir Regiobusse, Rufbusse und Mobilitätsstationen, an denen verschiedene Verkehrsmittel zusammenkommen.
Auch das Fahrrad muss eine echte Alternative sein. Dafür wollen wir ein durchgängiges, sicheres und alltagstaugliches Radwegenetz. Radwege müssen nicht nur gebaut, sondern auch gepflegt, beleuchtet und im Winter nutzbar gehalten werden.
Wie wollen Sie bessere Standortfaktoren für Betriebe in Mecklenburg-Vorpommern schaffen?
Mecklenburg-Vorpommern hat viel erneuerbare Energie. Daraus wollen wir einen echten Standortvorteil machen: mit günstigem grünem Strom, leistungsfähigen Netzen und Speichern. Gleichzeitig brauchen Betriebe schnelles Internet, gute Verkehrsverbindungen, bezahlbaren Wohnraum für ihre Beschäftigten und eine moderne Verwaltung.
Anträge sollen digital gestellt werden können, Daten nicht mehrfach abgefragt und Förderprogramme verständlicher werden. Wir wollen außerdem Berufsschulen stärken, Gründungen und Betriebsnachfolgen erleichtern und Hochschulen besser mit regionalen Betrieben vernetzen. Und auch gute Arbeitsbedingungen und faire Löhne sind ein Standortfaktor: Sie helfen dabei, Fachkräfte in Mecklenburg-Vorpommern zu halten.
Wie können wir es jungen Menschen, die noch kein oder wenig Geld verdienen, erleichtern, günstigen Wohnraum zu finden?
Wir wollen mehr Wohnheimplätze für Studierende und gezielt bezahlbaren Wohnraum für Auszubildende schaffen. Die Studierendenwerke müssen dafür verlässlich finanziert und beim Bau sowie bei der Sanierung von Wohnheimen unterstützt werden.
Darüber hinaus wollen wir das Landesprogramm für sozialen Wohnungsbau deutlich aufstocken, die Mietpreisbremse konsequenter anwenden und leerstehende Gebäude schneller in Wohnraum umwandeln. Ein Landesbodenfonds soll Kommunen dabei helfen, Grundstücke und Gebäude zu erwerben, damit dort dauerhaft bezahlbare Wohnungen entstehen können.
Wie können wir Schüler*innen, Auszubildenden und Studierenden einen besseren Zugang zum Arbeitsmarkt ermöglichen?
Berufsorientierung muss früher beginnen und stärker mit der Praxis verbunden werden. Wir wollen Partnerschaften zwischen Schulen und Betrieben ausbauen und Hochschulen sowie Fachschulen besser mit regionalen Unternehmen vernetzen.
Gerade für Auszubildende müssen die Rahmenbedingungen stimmen: moderne Berufsschulen, bezahlbarer Wohnraum und gute Mobilität. Mit einem Azubi-Start-Bonus von 1.500 Euro wollen wir außerdem den Einstieg in die erste Ausbildung erleichtern. Wer danach mindestens ein Jahr als Fachkraft in Mecklenburg-Vorpommern arbeitet, soll das zinsfreie Darlehen nicht zurückzahlen müssen.
Rechtsextremismus; Themen junger Menschen in M-V
Antworten von Katharina
Wo sehen Sie Ihre Verantwortung beim Rechtsruck und was werden Sie zukünftig dagegen tun?
Politik trägt Verantwortung dafür, Rechtsextremismus nicht kleinzureden und menschenfeindliche Aussagen nicht zu übernehmen oder zu normalisieren. Für uns ist klar: Wir stellen uns gegen Rassismus, Antisemitismus, Queerfeindlichkeit und jede andere Form der Ausgrenzung. Gleichzeitig müssen wir die sozialen Probleme lösen, die Menschen im Alltag belasten, statt Ängste gegeneinander auszuspielen.
Demokratie muss auch im Alltag erlebbar sein. Deshalb wollen wir Demokratiebildung, Medienkompetenz, Schulsozialarbeit, Jugendclubs und zivilgesellschaftliche Projekte dauerhaft stärken. Betroffene rechter Gewalt brauchen verlässliche Beratung und Unterstützung. Und junge Menschen müssen erfahren, dass ihre Stimme tatsächlich zählt, etwa in Schüler*innenvertretungen, Jugendparlamenten und kommunalen Entscheidungen.
Wie stehen Sie zum AfD-Verbotsverfahren?
Ich bin klar für ein AfD-Verbotsverfahren. Wir unterstützen an verschiedenen Stellen die Einleitung eines sorgfältig vorbereiteten AfD-Verbotsverfahrens. Es gibt umfangreiche Hinweise darauf, dass die Partei unsere freiheitliche demokratische Grundordnung bekämpft. Diese Belege müssen den zuständigen Verfassungsorganen und schließlich dem Bundesverfassungsgericht zur Prüfung vorgelegt werden.
Ob die Voraussetzungen für ein Verbot erfüllt sind, entscheidet allein das Bundesverfassungsgericht. Gleichzeitig ist für mich klar: Ein Verbotsverfahren ersetzt nicht die tägliche politische Auseinandersetzung. Wir müssen Demokratie stärken, konkrete Probleme lösen und rechtsextremen Erzählungen klar widersprechen.
Wie stehen Sie zu frei verfügbaren Periodenprodukten auf allen Toiletten?
Ich bin dafür. Periodenprodukte sind grundlegende Hygieneartikel und sollten in Schulen, Hochschulen, Jugendzentren und öffentlichen Gebäuden kostenlos und unkompliziert zur Verfügung stehen. Und zwar dort, wo menstruierende Menschen sie brauchen, unabhängig von der Geschlechtszuordnung der Toilette.
Niemand sollte Unterricht, Ausbildung oder eine Veranstaltung verlassen müssen, nur weil gerade kein Geld oder kein Periodenprodukt verfügbar ist.
In Mecklenburg-Vorpommern gibt es immer mehr sehr arme und in Deutschland sehr reiche Menschen. Finden Sie das gerecht? Wenn nein, wie wollen Sie das ändern?
Nein. Es ist nicht gerecht, wenn manche Menschen trotz Arbeit jeden Euro zweimal umdrehen müssen und Kinder kein Schulbrot haben, während sich große Vermögen bei immer weniger Menschen konzentrieren. Für uns heißt soziale Gerechtigkeit auch: Herkunft und Einkommen der Eltern dürfen nicht darüber entscheiden, wer gesund aufwächst, eine gute Ausbildung bekommt oder am gesellschaftlichen Leben teilnehmen kann.
Deshalb wollen wir Tarifbindung und faire Löhne stärken, mehr sozialen Wohnraum schaffen, Mobilität für unter 27-Jährige kostenlos machen und Familien beim Schulessen entlasten. Beratungsstellen und soziale Angebote müssen überall erreichbar sein. Auf Bundesebene setzen wir uns außerdem für ein gerechteres Steuersystem ein, in dem sehr große Vermögen und Erbschaften einen angemessenen Beitrag zum Gemeinwohl leisten.