Kenny Grafenhorst

Kenny Grafenhorst

Wo feiern Sie am liebsten? Was ist für Sie ein feierlicher Ort?

Ich bin tatsächlich gerne in Rostocker Bars unterwegs oder ab und zu auch mal im Greif. Für mich muss ein guter Abend gar nicht besonders spektakulär sein – entscheidend sind die Menschen, mit denen man unterwegs ist. Feierlich wird ein Ort für mich vor allem durch die Atmosphäre und die Gespräche.

Nutella-Brot mit oder ohne Butter?

Ohne Butter! Was stimmt mit euch heutzutage nicht? Ein Nutellabrot gehört für mich ohne Butter, alles andere verfälscht einfach den Geschmack.

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Bildung & Medien

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Wie schaffen wir faire Lernbedingungen für alle Schüler*innen?

Faire Lernbedingungen beginnen für mich mit einem gemeinsamen Ausgangspunkt. Dazu gehört vor allem, dass alle Kinder ausreichend Deutsch sprechen können, um dem Unterricht zu folgen. Wer dabei noch Unterstützung braucht, sollte diese früh und intensiv bekommen. Davon profitieren am Ende alle – sowohl die Schülerinnen und Schüler als auch die Lehrkräfte.
Gleichzeitig sollten Schulen stärker auf die individuellen Stärken der Kinder eingehen. Nicht jeder ist in jedem Fach gleich gut, deshalb brauchen wir mehr Möglichkeiten, Talente zu fördern und Schwächen gezielt aufzuarbeiten.

Wie wollen Sie einen respektvollen und kompetenten Umgang von Lehrkräften zu Schüler*innen sicherstellen?

Respekt ist keine Einbahnstraße. Er sollte zwischen Lehrkräften und Schülerinnen und Schülern selbstverständlich sein. Lehrer haben dabei eine wichtige Vorbildfunktion. Sollte es dennoch Probleme geben, gibt es bereits gute Anlaufstellen wie Schülervertretungen, Vertrauenslehrer oder die Schulsozialarbeit. Diese Strukturen sollten gestärkt und niedrigschwellig erreichbar sein.

Wie wollen Sie die Qualität von Schulessen verbessern?

Ein Schulabschluss sollte überall den gleichen Wert haben. Deshalb müssen wir die Bildungsqualität kontinuierlich verbessern. Dazu gehören gut ausgestattete Schulen, ausreichend Lehrkräfte und moderne Unterrichtsmethoden. Gleichzeitig sollten wir den Fokus wieder stärker auf die grundlegenden Kompetenzen wie Lesen, Schreiben und Mathematik legen.

Wie stehen Sie dazu, Chinesisch oder andere wichtig werdende Sprachen an Schulen als 2. Fremdsprache anzubieten?

Warum gleich Chinesisch? Wir leben in Europa und haben hier viele wichtige Sprachen wie Spanisch, Italienisch oder Dänisch, die für Beruf und Alltag oft näherliegen. Grundsätzlich finde ich zusätzliche Fremdsprachenangebote gut. Welche Sprache angeboten wird, hängt allerdings häufig auch davon ab, welche Lehrkräfte verfügbar sind. Ein verpflichtendes Angebot für Chinesisch halte ich deshalb aktuell nicht für notwendig.

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Wie stehen Sie zu einem eigenen Unterrichtsfach „Medienbildung“?

Ja, das sollte es geben. Digitale Medien gehören längst zum Alltag junger Menschen. Deshalb sollten Themen wie Datenschutz, Fake News, KI, Social Media und digitale Sicherheit einen festen Platz im Unterricht bekommen und nicht nur nebenbei behandelt werden.

Was wollen Sie gegen Pornografie mit KI (Deepfakes) im Internet machen?

Hier brauchen wir klare gesetzliche Regelungen auf Bundesebene. Wer mit KI täuschend echte Bilder oder Videos erstellt, um anderen zu schaden, muss mit konsequenten Strafen rechnen. Gleichzeitig müssen Plattformen verpflichtet werden, solche Inhalte schneller zu entfernen.

Wie befähigen wir junge Menschen zu einem sicheren und konstruktiven Umgang mit KI?

Vor allem durch Medienbildung. KI wird unseren Alltag und die Arbeitswelt verändern. Deshalb müssen junge Menschen lernen, KI sinnvoll zu nutzen, Ergebnisse kritisch zu hinterfragen und Risiken wie Manipulation oder Deepfakes zu erkennen.

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Wie machen wir Mobilität für junge Menschen bezahlbar?

Das Schülerticket in Rostock ist bereits ein großes Privileg. Gleichzeitig müssen wir den öffentlichen Nahverkehr im ganzen Land weiter ausbauen. Für viele junge Menschen auf dem Land bleibt aber auch der Führerschein wichtig. Deshalb finde ich den Führerscheinzuschuss, die sogenannte Lappenprämie, sinnvoll.

Wie wollen Sie die ÖPNV-Anbindungen im ländlichen Raum und das Schienen- und Radwegenetz ausbauen?

Wir brauchen mehr Zusammenarbeit zwischen Verkehrsverbünden sowie über Landkreis- und Stadtgrenzen hinweg. Wer Bus und Bahn nutzt, sollte sich nicht mit unterschiedlichen Tarifen oder schlechten Anschlüssen beschäftigen müssen. Gleichzeitig müssen Schienen und Radwege weiter ausgebaut werden, damit Mobilität auch außerhalb der Städte attraktiv wird.

Wie wollen Sie bessere Standortfaktoren für Betriebe in M-V schaffen?

Mecklenburg-Vorpommern ist ein wunderschönes Bundesland. Jetzt müssen wir dafür sorgen, dass junge Menschen hier auch ihre Zukunft sehen. Programme wie Baukindergeld oder Führerscheinzuschüsse sind erste Schritte. Entscheidend sind aber gute Arbeitsplätze, moderne Infrastruktur, schnelleres Internet und weniger Bürokratie. Wenn gut ausgebildete Menschen in Mecklenburg-Vorpommern bleiben, profitieren davon Unternehmen und Wirtschaft gleichermaßen.

Wie können wir es jungen Menschen, die noch kein bzw. wenig Geld verdienen, erleichtern, günstigen Wohnraum zu finden?

Günstiger Wohnraum ist eine der größten Herausforderungen. Über viele Jahre wurde einfach zu wenig gebaut. Das lässt sich leider nicht von heute auf morgen ändern. Deshalb müssen wir mehr Wohnraum schaffen und gleichzeitig die Infrastruktur außerhalb der großen Städte verbessern. Dort gibt es oft attraktiven Wohnraum, der durch bessere Bus-, Bahn- und Straßenverbindungen interessanter werden kann. Langfristig hilft nur eines: mehr bauen.

Wie können wir Schüler*innen, Auszubildenden und Studierenden einen besseren Zugang zum Arbeitsmarkt ermöglichen?

Der Arbeitsmarkt bietet aktuell viele Chancen. Gerade jetzt zum Ausbildungsstart sind in Mecklenburg-Vorpommern noch zahlreiche Ausbildungsplätze unbesetzt. Eine gute Ausbildung bleibt der wichtigste Einstieg in den Beruf. Dabei leisten IHK, Handwerkskammern und Hochschulen bereits wichtige Arbeit. Gemeinsam müssen wir dafür sorgen, dass junge, gut ausgebildete Menschen nach ihrer Ausbildung oder ihrem Studium auch in Mecklenburg-Vorpommern bleiben.

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Wo sehen Sie Ihre Verantwortung beim Rechtsruck und was werden Sie zukünftig dagegen tun?

Ich sehe die Verantwortung vor allem darin, das Vertrauen der Menschen in die demokratische Mitte zurückzugewinnen. Viele Menschen fühlen sich nicht mehr ausreichend gehört oder vertreten. Gleichzeitig sind im Ehrenamt und gerade im ländlichen Raum wichtige Strukturen verloren gegangen. Als Kandidat möchte ich mit den Menschen ins Gespräch kommen, ihre Sorgen ernst nehmen und zeigen, dass es vernünftige Lösungen gibt. Ich setze mich mit den inhaltlichen Fehlern extremistischer Parteien auseinander und werbe dafür, dass Probleme demokratisch gelöst werden.

Wie stehen Sie zum AfD-Verbotsverfahren?

Ich sehe ein Verbotsverfahren kritisch. Die Geschichte zeigt, dass Parteiverbote nur unter sehr hohen rechtlichen Voraussetzungen möglich sind und selten erfolgreich waren. Vor allem aber löst ein Verbot nicht die Ursachen dafür, warum Menschen extremistische Parteien wählen. Unsere wichtigste Aufgabe ist es, verlorenes Vertrauen zurückzugewinnen und mit guter Politik dafür zu sorgen, dass weniger Menschen überhaupt den Wunsch haben, die politischen Ränder zu wählen.

Wie stehen Sie zu frei verfügbaren Periodenprodukten auf allen Toiletten?

Ich habe grundsätzlich nichts dagegen, wenn Schulen oder öffentliche Einrichtungen dort, wo es sinnvoll ist, Periodenprodukte kostenlos bereitstellen. Gerade für junge Frauen sollte eine fehlende Binde oder ein Tampon nicht zum Problem werden. Wichtig ist aber auch, dass solche Angebote verantwortungsvoll organisiert werden.

In M-V gibt es immer mehr sehr arme und in Deutschland sehr reiche Menschen. Finden Sie das gerecht? Wenn nein, wie wollen Sie das ändern?

Jeder sollte die Chance haben, sich durch eigene Leistung etwas aufzubauen. Gleichzeitig darf niemand durchs Raster fallen. Deshalb müssen wir dafür sorgen, dass gute Bildung, bezahlbarer Wohnraum und sichere Arbeitsplätze für alle erreichbar sind. Der beste Weg gegen Armut sind gute Chancen und gute Arbeit – nicht immer neue Umverteilung.

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