Sebastian Hüller

Sebastian Hüller

Wo feiern Sie am liebsten? Was ist für Sie ein feierlicher Ort?

Am liebsten feier ich in selbstorganisierten Orten, wie einer Dorffeier, einem selbstgetragenen Club oder in der Natur.

Nutella-Brot mit oder ohne Butter?

Natürlich mit Butter!

Antworten von Sebastian

Bildung & Medien

Antworten von Sebastian

Wie schaffen wir faire Lernbedingungen für alle Schüler*innen?

Gute Bildung darf nicht davon abhängen, wie viel Geld die Eltern haben, wo jemand wohnt oder welche Unterstützung zu Hause möglich ist. Deshalb wollen wir multiprofessionelle Teams an allen Schulen: Lehrkräfte, Schulsozialarbeit, Schulpsychologie, Sonderpädagogik und Inklusionshilfe sollen gemeinsam dafür sorgen, dass kein Kind durchs Raster fällt. Dazu gehören moderne Lernräume, gute digitale Ausstattung, mehr Personal für Inklusion und unterschiedliche Wege zum Lernerfolg.
Schüler*innen wissen selbst am besten, was an ihrer Schule funktioniert und was nicht. Deshalb wollen wir ihre Mitbestimmung stärken und ihnen eigene Schulbudgets geben, über deren Verwendung sie demokratisch entscheiden.

Wie wollen Sie einen respektvollen und kompetenten Umgang von Lehrkräften zu Schüler*innen sicherstellen?

Respekt muss in der Schule in beide Richtungen gelten. Lehrkräfte brauchen genügend Zeit, eine gute Ausbildung und regelmäßige Fortbildungen, um auf unterschiedliche Bedürfnisse, Konflikte, Diskriminierung und psychische Belastungen angemessen reagieren zu können. Deshalb wollen wir Lehrkräfte von Verwaltungsaufgaben entlasten, ihre Pflichtstundenzahl senken und möglichst alle offenen Stellen mit vollständig ausgebildeten Lehrkräften besetzen.
Gleichzeitig stärken wir Schülerinnenvertretungen und Schulkonferenzen. Wenn Schülerinnen ernst genommen und an Entscheidungen beteiligt werden, verbessert das auch den Umgang miteinander. Schulsozialarbeit und Schulpsychologie sollen zudem ansprechbar sein, wenn es Probleme gibt.

Wie wollen Sie die Qualität von Schulessen verbessern?

Schulessen soll gesund, lecker und bezahlbar sein. Das Land soll sich an den Kosten einer hochwertigen Verpflegung beteiligen, die sich an den Standards der Deutschen Gesellschaft für Ernährung orientiert. Kein Kind darf aus finanziellen Gründen vom gemeinsamen Essen ausgeschlossen sein.
Wir wollen Schulküchen ausbauen, damit wieder mehr frisch zubereitete, warme Mahlzeiten angeboten werden können. Dabei sollen möglichst regionale und ökologisch erzeugte Lebensmittel verwendet werden. Ernährungsbildung gehört für uns ebenfalls in Kita und Schule.

Wie stehen Sie dazu, Chinesisch oder andere wichtig werdende Sprachen an Schulen als zweite Fremdsprache anzubieten?

Wir sind offen dafür, Chinesisch und andere Sprachen als zweite Fremdsprache anzubieten, wenn es dafür genügend Interesse, qualifizierte Lehrkräfte und ein dauerhaft tragfähiges Konzept gibt. Schulen sollen mehr Freiheit bekommen, ihr Angebot an den Interessen ihrer Schüler*innen und an regionalen Besonderheiten auszurichten.
Für Mecklenburg-Vorpommern hat dabei auch Polnisch eine besondere Bedeutung. Wir leben in direkter Nachbarschaft zu Polen und wollen den Polnischunterricht, Schulpartnerschaften und Austauschprogramme ausbauen. Neue Sprachangebote sollten zunächst auch in Modellprojekten erprobt werden können.

Antworten von Sebastian

Wie stehen Sie zu einem eigenen Unterrichtsfach „Medienbildung“?

Medienbildung muss ab der Grundschule verbindlich stattfinden. Ob dafür überall ein eigenes Fach die beste Lösung ist, wollen wir nicht pauschal vorgeben. Medien beeinflussen fast alle Lebensbereiche und sollten deshalb auch in verschiedenen Fächern behandelt werden. Gleichzeitig braucht es feste Lerninhalte, ausreichend Unterrichtszeit und klare Zuständigkeiten, damit Medienbildung nicht nebenbei untergeht.
Junge Menschen sollen lernen, Informationen zu überprüfen, Desinformation zu erkennen, ihre Daten zu schützen und verantwortungsvoll mit sozialen Medien umzugehen. Dafür müssen auch Lehrkräfte besser aus- und fortgebildet werden.

Was wollen Sie gegen Pornografie mit KI – sogenannte Deepfakes – im Internet machen?

Sexualisierte Deepfakes sind kein harmloser Spaß, sondern eine Form digitaler und sexualisierter Gewalt. Wer Bilder anderer Menschen ohne deren Zustimmung sexualisiert oder verbreitet, greift massiv in ihre Würde und Selbstbestimmung ein.
Wir wollen Beratungs- und Hilfsangebote für Betroffene ausbauen und Polizei, Justiz sowie pädagogische Fachkräfte besser im Umgang mit digitaler Gewalt schulen. Plattformen müssen leicht erreichbare Meldewege anbieten und solche Inhalte schnell entfernen. Auf Bundesebene setzen wir uns für klare und wirksame Straf- und Plattformregeln ein. Gleichzeitig braucht es Prävention in Schulen, damit junge Menschen über Einwilligung, Persönlichkeitsrechte und manipulierte Bilder aufgeklärt werden.

Wie befähigen wir junge Menschen zu einem sicheren und konstruktiven Umgang mit KI?

KI sollte in der Schule weder ignoriert noch einfach verboten werden. Junge Menschen müssen lernen, sie sinnvoll und kritisch einzusetzen. Dazu gehört zu wissen, dass KI Fehler machen, Quellen erfinden, Vorurteile reproduzieren und persönliche Daten verarbeiten kann.
Wir wollen datenschutzkonforme Anwendungen erproben, Lehrkräfte fortbilden und verbindlich vermitteln, wie Ergebnisse überprüft, Quellen kenntlich gemacht und Urheberrechte beachtet werden. KI kann beim Lernen unterstützen, aber sie ersetzt weder eigenes Denken noch Lehrkräfte. Die letzte Verantwortung muss bei Menschen bleiben.

Antworten von Sebastian

Wie machen wir Mobilität für junge Menschen bezahlbar?

Wir wollen ein kostenfreies Deutschlandticket für alle Menschen unter 27 Jahren. Junge Menschen sollen unabhängig vom Einkommen ihrer Eltern zur Schule, zur Ausbildung, zur Hochschule, zu Freund*innen oder zum Sport kommen können.
Ein günstiges Ticket allein reicht aber nicht. Busse und Bahnen müssen auch tatsächlich fahren. Deshalb verbinden wir das U27-Ticket mit einem deutlichen Ausbau des öffentlichen Verkehrs.

Wie wollen Sie die ÖPNV-Anbindungen im ländlichen Raum und das Schienen- und Radwegenetz ausbauen?

Wir wollen einen verbindlichen Landesverkehrsplan, der Bus und Bahn aufeinander abstimmt und im ganzen Land mindestens einen Stundentakt sichert. Stillgelegte Bahnstrecken sollen reaktiviert und bestehende Strecken ausgebaut werden. Wo ein regulärer Busverkehr nicht sinnvoll ist, brauchen wir Regiobusse, Rufbusse und Mobilitätsstationen, an denen verschiedene Verkehrsmittel zusammenkommen.
Außerdem wollen wir ein durchgängiges, sicheres und alltagstaugliches Radwegenetz. Radwege müssen nicht nur gebaut, sondern auch gepflegt, beleuchtet und im Winter nutzbar gehalten werden.

Wie wollen Sie bessere Standortfaktoren für Betriebe in Mecklenburg-Vorpommern schaffen?

Mecklenburg-Vorpommern hat viel erneuerbare Energie. Daraus wollen wir einen echten Standortvorteil machen: mit günstigem grünem Strom, leistungsfähigen Netzen und Speichern. Gleichzeitig brauchen Betriebe schnelles Internet, gute Verkehrsverbindungen, bezahlbaren Wohnraum für Beschäftigte und eine moderne Verwaltung.
Anträge sollen digital gestellt werden können, Daten nicht mehrfach abgefragt und Förderprogramme verständlicher werden. Wir wollen zudem Berufsschulen stärken, Unternehmensgründungen und Betriebsnachfolgen erleichtern und Hochschulen besser mit regionalen Betrieben vernetzen. Gute Arbeitsbedingungen und faire Löhne helfen ebenfalls dabei, Fachkräfte im Land zu halten.

Wie können wir es jungen Menschen, die noch kein oder wenig Geld verdienen, erleichtern, günstigen Wohnraum zu finden?

Wir wollen mehr Wohnheimplätze für Studierende und gezielt bezahlbaren Wohnraum für Auszubildende schaffen. Dafür müssen die Studierendenwerke verlässlich finanziert und beim Bau sowie bei der Sanierung von Wohnheimen unterstützt werden.
Darüber hinaus wollen wir das Landesprogramm für sozialen Wohnungsbau deutlich aufstocken, die Mietpreisbremse konsequenter anwenden und leerstehende Gebäude schneller in Wohnraum umwandeln. Ein Landesbodenfonds soll Kommunen helfen, Grundstücke und Gebäude zu erwerben, damit dort dauerhaft bezahlbare Wohnungen entstehen können.

Wie können wir Schüler*innen, Auszubildenden und Studierenden einen besseren Zugang zum Arbeitsmarkt ermöglichen?

Berufsorientierung muss früher beginnen und stärker mit der Praxis verbunden werden. Wir wollen Partnerschaften zwischen Schulen und Betrieben ausbauen und Hochschulen sowie Fachschulen besser mit regionalen Unternehmen vernetzen. Junge Menschen sollen früh erfahren, welche Berufe es gibt und welche Möglichkeiten sie in Mecklenburg-Vorpommern haben.
Auszubildende brauchen moderne Berufsschulen, bezahlbaren Wohnraum und gute Mobilität. Mit einem Azubi-Start-Bonus von 1.500 Euro wollen wir den Einstieg in die erste Ausbildung erleichtern. Wer anschließend mindestens ein Jahr als Fachkraft in Mecklenburg-Vorpommern arbeitet, soll das zinsfreie Darlehen nicht zurückzahlen müssen.

Antworten von Sebastian

Wo sehen Sie Ihre Verantwortung beim Rechtsruck und was werden Sie zukünftig dagegen tun?

Politik trägt Verantwortung dafür, Rechtsextremismus nicht zu verharmlosen und menschenfeindliche Aussagen nicht zu übernehmen oder zu normalisieren. Wir stellen uns klar gegen Rassismus, Antisemitismus, Queerfeindlichkeit und jede andere Form der Ausgrenzung. Gleichzeitig müssen wir die sozialen Probleme lösen, die Menschen im Alltag belasten, anstatt Ängste gegeneinander auszuspielen.
Wir wollen Demokratiebildung, Medienkompetenz, Schulsozialarbeit, Jugendclubs und zivilgesellschaftliche Projekte dauerhaft stärken. Betroffene rechter Gewalt brauchen verlässliche Beratung und Unterstützung. Junge Menschen müssen zudem erleben, dass ihre Stimme zählt, etwa in Schüler*innenvertretungen, Jugendparlamenten und kommunalen Entscheidungen.

Wie stehen Sie zum AfD-Verbotsverfahren?

Wir unterstützen die Einleitung eines sorgfältig vorbereiteten AfD-Verbotsverfahrens. Es gibt inzwischen umfangreiche Hinweise darauf, dass die Partei unsere freiheitliche demokratische Grundordnung bekämpft. Diese Belege müssen den zuständigen Verfassungsorganen und schließlich dem Bundesverfassungsgericht zur Prüfung vorgelegt werden.
Ob die Voraussetzungen für ein Verbot erfüllt sind, entscheidet allein das Bundesverfassungsgericht. Ein Verbotsverfahren ersetzt aber nicht die tägliche politische Auseinandersetzung. Wir müssen gleichzeitig Demokratie stärken, Probleme lösen und rechtsextremen Erzählungen klar widersprechen.

Wie stehen Sie zu frei verfügbaren Periodenprodukten auf allen Toiletten?

Wir sind dafür. Periodenprodukte sind grundlegende Hygieneartikel und sollten in Schulen, Hochschulen, Jugendzentren und öffentlichen Gebäuden kostenlos und unkompliziert verfügbar sein. Sie sollten unabhängig von der Geschlechtszuordnung der Toiletten dort bereitliegen, wo menstruierende Menschen sie benötigen.
Niemand sollte Unterricht, Ausbildung oder eine Veranstaltung verlassen müssen, weil gerade kein Geld oder kein Periodenprodukt verfügbar ist.

In Mecklenburg-Vorpommern gibt es immer mehr sehr arme und in Deutschland sehr reiche Menschen. Finden Sie das gerecht? Wenn nein, wie wollen Sie das ändern?

Nein. Es ist nicht gerecht, wenn manche Menschen trotz Arbeit jeden Euro zweimal umdrehen müssen, während sich Vermögen bei wenigen immer stärker konzentriert. Herkunft und Einkommen der Eltern dürfen nicht darüber entscheiden, wer gesund aufwächst, eine gute Ausbildung bekommt oder am gesellschaftlichen Leben teilnehmen kann.
Wir wollen Tarifbindung und faire Löhne stärken, mehr sozialen Wohnraum schaffen, Mobilität für unter 27-Jährige kostenlos machen und Familien beim Schulessen entlasten. Beratungsstellen und soziale Angebote müssen überall erreichbar sein. Auf Bundesebene setzen wir uns außerdem für ein gerechteres Steuersystem ein, in dem sehr große Vermögen und Erbschaften einen angemessenen Beitrag zum Gemeinwohl leisten.

 

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