Theodoros Weiße
- unbekannt Jahre
- Ludwigslust-Parchim II
- FDP
Wo feiern Sie am liebsten? Was ist für Sie ein feierlicher Ort?
Für mich hängt ein feierlicher Ort weniger davon ab, wo man ist, sondern mit wem. Das kann der Festplatz, der Marktplatz, der eigene Garten oder das Wohnzimmer sein. Entscheidend ist, dass Menschen zusammenkommen, gemeinsam eine gute Zeit haben und den Moment genießen können.
Nutella-Brot mit oder ohne Butter?
Das ist doch offensichtlich eine Suggestivfrage: Nutella-Brot natürlich mit Butter. Alles andere wäre für mich schwer zu rechtfertigen.
Antworten von Theodoros
Bildung & Medien
Antworten von Theodoros
Wie schaffen wir faire Lernbedingungen für alle Schüler*innen?
Faire Lernbedingungen beginnen für mich bei gut ausgestatteten Schulen und gut ausgebildeten Lehrkräften. Gleichzeitig sind Schülerinnen und Schüler unterschiedlich und brauchen deshalb auch unterschiedliche Unterstützung. Schule muss in der Lage sein, junge Menschen auf ihrem jeweiligen Leistungsstand abzuholen, Talente zu fördern und dort zu helfen, wo Unterstützung notwendig ist.
Wie wollen Sie einen respektvollen und kompetenten Umgang von Lehrkräften zu Schüler*innen sicherstellen?
Respekt funktioniert in beide Richtungen. Lehrkräfte tragen dabei aber eine besondere Verantwortung und müssen auf schwierige Situationen professionell vorbereitet sein. Deshalb sind eine gute Ausbildung, regelmäßige Fortbildungen und eine Schulkultur wichtig, in der Probleme offen angesprochen und gelöst werden können.
Wie wollen Sie die Qualität von Schulessen verbessern?
Ich wünsche mir mehr frische und regionale Lebensmittel in unseren Schulen. Dabei sollten wir klare Qualitätsstandards setzen und gleichzeitig den Schulen und Kommunen genügend Freiheit lassen, mit professionellen Anbietern gute Lösungen vor Ort zu finden. Die Aufgabe der Kommune sollte es nicht sein, selbst zum Gastronomiebetrieb zu werden.
Wie stehen Sie dazu, Chinesisch oder andere wichtig werdende Sprachen an Schulen als 2. Fremdsprache anzubieten?
Unsere Welt wird internationaler und vielfältiger. Das darf sich auch im Sprachangebot unserer Schulen widerspiegeln. Wenn es an einer Schule genügend Interesse beispielsweise an Chinesisch, Polnisch oder einer anderen Sprache gibt, sollte die Schule die Möglichkeit bekommen, diese anzubieten. Die größte praktische Herausforderung ist dabei häufig, genügend qualifizierte Lehrkräfte zu finden.
Medienbildung & KI
Antworten von Theodoros
Wie stehen Sie zu einem eigenen Unterrichtsfach „Medienbildung“?
Medienbildung ist für mich eine zentrale Aufgabe von Schule. Ich halte sie aber nicht für etwas, das nur in einer einzelnen Unterrichtsstunde stattfinden sollte. Der kompetente Umgang mit Medien, sozialen Netzwerken, Desinformation und digitalen Werkzeugen muss fächerübergreifend vermittelt und immer wieder praktisch angewendet werden. Entscheidend ist schließlich, dass dieses Wissen auch außerhalb der Schule im Alltag hilft.
Was wollen Sie gegen Pornografie mit KI (Deepfakes) im Internet machen?
Manipulierte Bilder und Videos können für Betroffene extrem verletzend sein, gerade bei sexualisierten Deepfakes. Das Problem reicht aber noch weiter: Deepfakes können Menschen diskreditieren, Desinformation verbreiten und sogar zur politischen Manipulation eingesetzt werden. Deshalb brauchen wir einen konsequenten Schutz der Persönlichkeitsrechte, eine Justiz, die solche Verstöße wirksam verfolgen kann, und Plattformen, die rechtswidrige Inhalte schnell entfernen. Gleichzeitig müssen wir die Medienkompetenz stärken, damit junge Menschen manipulierte Inhalte besser erkennen und einordnen können.
Wie befähigen wir junge Menschen zu einem sicheren und konstruktiven Umgang mit KI?
Junge Menschen sollten KI nicht nur nutzen, sondern auch verstehen, wie sie funktioniert, wo ihre Chancen liegen und wo ihre Grenzen und Risiken sind. Das ist angesichts der rasanten Entwicklung auch für Lehrkräfte eine große Herausforderung. Neben Fortbildungen für Lehrerinnen und Lehrer halte ich deshalb schulübergreifende Angebote und die Zusammenarbeit mit Fachleuten aus Wissenschaft, Wirtschaft und Praxis für sinnvoll.
M-V attraktiver machen; Ausbildung / Studium / Arbeit
Antworten von Theodoros
Wie machen wir Mobilität für junge Menschen bezahlbar?
Gerade im ländlichen Raum hilft ein günstiges Ticket wenig, wenn kein Bus fährt. Deshalb müssen wir neben bezahlbaren Preisen vor allem das Angebot verbessern. Digitale und flexible Mobilitätsangebote, Rufbusse und On-Demand-Verkehre können gerade für junge Menschen auf dem Land eine wichtige Ergänzung zum klassischen ÖPNV sein.
Wie wollen Sie die ÖPNV-Anbindungen im ländlichen Raum und das Schienen- und Radwegenetz ausbauen?
Mobilität im ländlichen Raum muss sich stärker danach richten, wann und wohin Menschen tatsächlich fahren wollen. Neben festen Bus- und Bahnverbindungen brauchen wir deshalb mehr On-Demand-Angebote und perspektivisch auch autonome Mobilitätslösungen. Gleichzeitig müssen wir Bahnstrecken und Radwege dort ausbauen, wo Lücken bestehen, und vorhandene Infrastruktur besser instand halten. Das gilt übrigens genauso für unsere Straßen.
Wie wollen Sie bessere Standortfaktoren für Betriebe in M-V schaffen?
Unternehmen brauchen vor allem verlässliche und wettbewerbsfähige Bedingungen. Dazu gehören weniger Bürokratie, schnellere Genehmigungen, wettbewerbsfähige Energiepreise, attraktive Gewerbesteuern und ausreichend verfügbare Gewerbeflächen. Entscheidend ist außerdem, dass diese Flächen digital und verkehrlich gut erschlossen sind und Unternehmen genügend Fachkräfte finden können.
Wie können wir es jungen Menschen, die noch kein bzw. wenig Geld verdienen, erleichtern, günstigen Wohnraum zu finden?
Der wichtigste Hebel für bezahlbaren Wohnraum ist mehr Wohnraum. Dauerhaft sinken Mieten nicht dadurch, dass wir den Mangel verwalten, sondern dadurch, dass mehr Wohnungen entstehen. Dafür müssen Bauen und Sanieren einfacher, schneller und günstiger werden: etwa durch weniger unnötige Vorgaben und schnellere Genehmigungsverfahren. Gerade in Städten mit Hochschulen und Ausbildungsstandorten sollten außerdem Wohnheime und kleine, bezahlbare Wohnungen stärker in den Blick genommen werden.
Wie können wir Schüler*innen, Auszubildenden und Studierenden einen besseren Zugang zum Arbeitsmarkt ermöglichen?
Der Übergang von Schule zu Ausbildung oder Studium und später in den Beruf muss einfacher werden. Dafür brauchen wir eine engere Zusammenarbeit zwischen Schulen, Hochschulen und Unternehmen, mehr Berufsorientierung und mehr Möglichkeiten, schon früh praktische Erfahrungen zu sammeln. Praktika, aber auch Kooperationen und direkte Kontakte zu Betrieben können dabei helfen, dass junge Menschen ihre beruflichen Möglichkeiten besser kennenlernen.
Rechtsextremismus; Themen junger Menschen in M-V
Antworten von Theodoros
Wo sehen Sie Ihre Verantwortung beim Rechtsruck und was werden Sie zukünftig dagegen tun?
Demokratische Politik trägt Verantwortung dafür, Probleme offen anzusprechen und tatsächlich zu lösen. Wenn Menschen dauerhaft das Gefühl haben, dass ihre Sorgen ignoriert werden oder Politik nichts verändert, profitieren davon diejenigen, die vermeintlich einfache Antworten anbieten. Gleichzeitig müssen wir überall dort klare Grenzen ziehen, wo Menschen aufgrund ihrer Herkunft, Religion, Sexualität oder anderer Merkmale abgewertet werden oder unsere freiheitliche Demokratie angegriffen wird. Gegen Rechts- wie Linksextremismus und religiösen Extremismus helfen aus meiner Sicht deshalb sowohl politische und humanistische Bildung als auch konkrete Perspektiven für junge Menschen und eine Politik, die Vertrauen zurückgewinnt.
Wie stehen Sie zum AfD-Verbotsverfahren?
Unsere Demokratie muss wehrhaft sein. Wenn die Voraussetzungen für ein Parteiverbot erfüllt sind, sieht unser Grundgesetz dafür bewusst ein rechtsstaatliches Verfahren vor. Über ein Verbot entscheiden am Ende aber nicht Politiker, sondern das Bundesverfassungsgericht. Gleichzeitig wäre es ein Fehler zu glauben, dass damit die gesellschaftlichen Ursachen extremistischer Einstellungen verschwinden. Deshalb braucht es neben den Instrumenten des Rechtsstaats immer auch gute Politik, politische Bildung und eine offene Auseinandersetzung mit den Gründen, weshalb Menschen sich von extremistischen Positionen angesprochen fühlen.
Wie stehen Sie zu frei verfügbaren Periodenprodukten auf allen Toiletten?
Positiv. Periodenprodukte gehören für mich an Schulen und öffentlichen Einrichtungen zur grundlegenden Ausstattung einer Toilette; genauso selbstverständlich wie Toilettenpapier oder Seife.
In M-V gibt es immer mehr sehr arme und in Deutschland sehr reiche Menschen. Finden Sie das gerecht? Wenn nein, wie wollen Sie das ändern?
Entscheidend ist für mich nicht, dass einige Menschen viel besitzen, sondern ob jeder Mensch eine faire Chance hat, sich aus eigener Kraft etwas aufzubauen. Problematisch wird Ungleichheit vor allem dann, wenn Herkunft darüber entscheidet, welche Möglichkeiten jemand im Leben hat. Deshalb möchte ich den sozialen Aufstieg erleichtern: durch gute Bildung, bessere berufliche Weiterbildung, Chancen auf dem Arbeitsmarkt und bessere Möglichkeiten, Eigentum aufzubauen, beispielsweise eine eigene Wohnung oder ein eigenes Unternehmen. Unser Ziel sollte sein, dass Wohlstand für mehr Menschen erreichbar wird, statt lediglich darüber zu diskutieren, wie vorhandener Wohlstand verteilt wird.