Tim Häusler

Tim Häusler

Wo feiern Sie am liebsten? Was ist für Sie ein feierlicher Ort?

Richtig feiern gehe ich nicht häufig, aber wenn, dann eigentlich immer mit guten Freunden und/oder der Familie. Für mich kann also fast jeder Ort ein feierlicher Ort sein, an dem ich mit Menschen zusammen bin, die mir etwas bedeuten.

Nutella-Brot mit oder ohne Butter?

Wenn es bei mir mal ein Nutellabrot gibt, dann nur ohne Butter. Besser finde ich aber Alternativen ohne Palmöl – deshalb hatte ich schon lange kein Nutella mehr.

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Bildung & Medien

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Wie schaffen wir faire Lernbedingungen für alle Schüler*innen?

Damit alle Schülerinnen ihre Fähigkeiten entfalten können, müssen diese Fähigkeiten in der Schule auch individuell gefördert werden. Einheitsbrei und alle über einen Kamm zu scheren – das ist meiner Meinung nach noch immer ein großes Problem des aktuellen Schulkonzepts. Der an Schulen vorherrschende Frontalunterricht liegt außerdem nur einer Gruppe von Schülerinnen, nämlich denen, die ihm gut folgen können.
Ich bin deshalb ein großer Fan von projektbasiertem Unterricht: Eine Gruppe führt gemeinsam ein Projekt durch und teilt die Aufgaben entsprechend den Fähigkeiten der Einzelnen auf. So lernt man schon in der Schule den normalen Arbeitsalltag kennen, in dem man fast immer im Team an einem Projekt oder einer Aufgabe arbeitet. Jede*r kann die eigenen Stärken besser zeigen – und das reine Auswendiglernen hat hoffentlich irgendwann ein Ende.

Wie wollen Sie einen respektvollen und kompetenten Umgang von Lehrkräften zu Schüler*innen sicherstellen?

Respekt ist ein Konzept, das meiner Meinung nach nur funktioniert, wenn sich beide Seiten auf Augenhöhe begegnen. Das heißt: Beide müssen sich bemühen, einander den nötigen Respekt entgegenzubringen. Lehrkräfte sollten sich nicht darauf verlassen, allein durch ihre Autoritätsposition Respekt zu bekommen. Genauso wenig sollten Schülerinnen erwarten, dass auf alles und jeden Rücksicht genommen wird.
Respekt muss man sich erarbeiten. Deshalb fände ich ein System sinnvoll, in dem sowohl Lehrkräfte als auch Schüler
innen, die sich nicht respektvoll verhalten, die Konsequenzen ihres Handelns tragen müssen.

Wie wollen Sie die Qualität von Schulessen verbessern?

Eine schwierige Frage, denn der entscheidende und zugleich problematische Faktor ist hier das Geld. Ohne höhere Ausgaben wird sich das Angebot an den Schulen kaum verbessern lassen. Das sollte aber nicht allein an den Eltern und Erziehungsberechtigten hängen bleiben – ohne zusätzliche Mittel von Land oder Bund wird es also kaum gehen.
Unsere Gesellschaft sollte sich zum Ziel setzen, allen Kindern eine ausgewogene Ernährung zu ermöglichen und so schon früh gute Essgewohnheiten zu unterstützen. Eine Investition darin ist damit auch eine Investition in die Gesundheit der gesamten Gesellschaft – deshalb halte ich das Thema für wichtig.

Wie stehen Sie dazu, Chinesisch oder andere wichtig werdende Sprachen an Schulen als 2. Fremdsprache anzubieten?

Ich finde es gut, wenn Schulen solche Angebote machen können. Das muss sich aber immer an den Möglichkeiten der jeweiligen Schule orientieren. Denn je größer die Auswahl ist, desto mehr Lehrkräfte braucht man, und desto kleiner werden die einzelnen Kurse.
Denkbar wäre, solche Angebote im oben beschriebenen Projektunterricht in kleinen Gruppen umzusetzen oder sie klassenstufenübergreifend zu organisieren, damit man auf sinnvolle Gruppengrößen kommt. Wie realistisch das ist, kann ich allerdings nicht sicher einschätzen. Es würde einen großen Wandel im Bildungssystem voraussetzen. Am Ende ist es also auch hier vor allem eine Frage des Geldes – und ein Stück weit des Personals, denn für Sprachen, die im Schulsystem noch nicht etabliert sind, fehlen aktuell die qualifizierten Lehrkräfte.

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Wie stehen Sie zu einem eigenen Unterrichtsfach „Medienbildung“?

Medienkompetenz wird meiner Meinung nach immer wichtiger, gerade mit Blick auf eine zunehmend digitale Gesellschaft. Ein Unterrichtsfach, in dem Schüler*innen den Umgang mit den unterschiedlichsten Medien lernen, würde ich deshalb sehr begrüßen. So kann man den wachsenden Problemen mit sozialen Netzwerken, KI und ähnlichen Entwicklungen früh, kritisch und mit dem nötigen Wissen begegnen.

Was wollen Sie gegen Pornografie mit KI (Deepfakes) im Internet machen?

Diese Frage lässt sich eigentlich pragmatisch lösen: Die Plattformen müssen zur Verantwortung gezogen werden und dürfen sich nicht mit der Ausrede „Da können wir nichts machen, die Nutzer sind schuld“ aus der Affäre ziehen. Plattformen, die solche Inhalte ermöglichen oder verbreiten, sollten deshalb ebenso stärker bestraft werden wie alle beteiligten Personen.

Wie befähigen wir junge Menschen zu einem sicheren und konstruktiven Umgang mit KI?

Das zwei Fragen zuvor angesprochene Fach Medienbildung ist schon eine sehr gute Möglichkeit, junge Menschen an dieses Thema heranzuführen. Es darf aber nicht allein Aufgabe der Schule sein, sie auf die Gefahren und Probleme der neuen Technologien vorzubereiten. Es sollte in unser aller Interesse sein, alle Menschen in diesem Bereich zu sensibilisieren, um Manipulation mithilfe von KI zu erschweren.
Generell muss unsere Gesellschaft den Umgang mit diesen Technologien erst lernen. Ich habe das Gefühl, dass durch das hohe Entwicklungstempo viele Menschen den Anschluss verloren haben – und wer selbst den Anschluss verloren hat, kann auch keinen kritischen Umgang an Kinder und das eigene Umfeld weitergeben.

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Wie machen wir Mobilität für junge Menschen bezahlbar?

Dafür gibt es eine sehr kontroverse, aus meiner Sicht aber einfache Lösung: Die Investitionen in den Individualverkehr – vor allem in das Auto – sollten schrittweise heruntergefahren und die frei werdenden Mittel in den Ausbau von ÖPNV und Radinfrastruktur gesteckt werden.
Wir sind als Gesellschaft so abhängig vom Auto geworden, dass es nicht mehr wegzudenken ist. Nüchtern betrachtet ist es aber – gemessen an dem Geld, das dafür aufgewendet wird – das ineffizienteste Verkehrsmittel. Abgesehen davon können sich immer weniger junge Menschen überhaupt ein Auto leisten. Deshalb sollte mehr Geld in alternative Beförderungsmöglichkeiten fließen; davon profitieren auf lange Sicht alle.

Wie wollen Sie die ÖPNV-Anbindungen im ländlichen Raum und das Schienen und Radwegenetz ausbauen?

Mit dem Geld, das nach der vorherigen Frage bei der Autoinfrastruktur eingespart wird, würde ich Konzepte stärker fördern, die bereits funktionieren – zum Beispiel Rufbusse und autonome Fahrzeuge. (Damit sind natürlich keine autonomen Autos gemeint, sondern autonome Busse.)
Außerdem würde ich Flächen, die heute für Autos genutzt werden, exklusiv für ÖPNV und Fahrräder freigeben, um Anreize zum Umsteigen zu schaffen. In gewisser Weise muss Autofahren erst unbequemer werden als die Alternativen, damit diese wirklich von der Mehrheit genutzt werden. Dabei geht es nicht nur um den Preis, sondern um echte Vorteile: zum Beispiel exklusive „Abkürzungen“ beziehungsweise Schnellstraßen für Bus, Bahn und Rad.

Wie wollen Sie bessere Standortfaktoren für Betriebe in M-V schaffen?

Ich glaube, wir müssen vor allem das nutzen, was wir haben. Eine Sache können wir bieten wie kein anderes Bundesland: Fläche. Dazu kommen unsere Lage und ein Strommix, der aktuell wohl zu den nachhaltigsten in Deutschland gehört. Wenn wir es schaffen, auf dem Strommarkt vom Merit-Order-Prinzip wegzukommen, könnten wir den günstigsten Strom im Land anbieten. Das wäre ein absolutes Top-Argument für die gesamte Industrie, sich hier anzusiedeln.

Wie können wir es jungen Menschen, die noch kein bzw. wenig Geld verdienen, erleichtern, günstigen Wohnraum zu finden?

Ich glaube, wir haben in Deutschland an sich genug Wohnraum – er ist nur nicht sinnvoll verteilt. Viele ältere Menschen leben in Häusern oder Wohnungen, die für sie viel zu groß sind, während junge Menschen und Familien Schwierigkeiten haben, etwas Passendes zu finden.
Eine Lösung muss also entweder über Neubau oder über eine bessere Verteilung des vorhandenen Wohnraums laufen. Leider haben Hausverwaltungen und Immobilienbesitzer daran wenig Interesse, solange sie nicht davon profitieren. Deshalb wird das nur über staatlich angestoßene Initiativen oder neue Regelungen funktionieren.

Wie können wir Schüler*innen, Auszubildenden und Studierenden einen besseren Zugang zum Arbeitsmarkt ermöglichen?

Ich glaube, dass Schüler*innen durch die bereits genannten Ideen – projektbasierter Unterricht und mehr Medienkompetenz – für Unternehmen einen größeren Mehrwert bieten: Sie müssen die Arbeit im Team nicht erst lernen und können dadurch schneller eingearbeitet werden.
Außerdem sollte es mehr Angebote für die Zusammenarbeit zwischen Schulen und Wirtschaft geben. Dafür bieten sich genau diese Unterrichtsprojekte an, die man gemeinsam mit Unternehmen umsetzen könnte.

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Wo sehen Sie Ihre Verantwortung beim Rechtsruck und was werden Sie zukünftig dagegen tun?

Ich bin überhaupt erst durch den Rechtsruck politisch aktiv geworden. Ich konnte nicht länger untätig zusehen, wie Personen, die ich für nicht glaubwürdig halte, Entscheidungen über Themen und Menschen treffen, die sie selbst nicht verstehen oder nachvollziehen können.
Deshalb bin ich ein großer Verfechter von Transparenz. Jede*r sollte wissen, warum eine Entscheidung getroffen wird und wem sie nützen soll. Komplexe Probleme müssen strukturiert aufgearbeitet und so erklärt werden, dass auch Menschen sie verstehen, die nicht tief in der Materie stecken. Aufklärung ist für mich deshalb ein wichtiger Baustein, um einen weiteren Rechtsruck und die Spaltung der Gesellschaft zu verhindern.

Wie stehen Sie zum AfD-Verbotsverfahren?

Nachdem unabhängige Fachleute dargelegt haben, dass ein Verbot ein realistisches Ergebnis sein kann, sollten die nötigen rechtlichen Schritte eingeleitet werden. Es sollte aber nicht bei einem Verbot bleiben, denn das eigentliche Problem ist nicht die Partei selbst, sondern sind die Menschen, die sich von den übrigen Parteien nicht mehr vertreten fühlen.
Dafür muss die Politik die Debatte wieder selbst bestimmen, statt ihr ständig hinterherzulaufen. Auch Medien und Medienaufsicht sehe ich in der Verantwortung, die Gesellschaft nicht durch eine stark auf Populismus ausgerichtete Berichterstattung in die Irre zu führen. Man muss allerdings ehrlich sagen: Es ist sehr schwer, diesem Berg an Unsinn mit faktenbasierter Berichterstattung zu begegnen – sie wird schlicht weniger geklickt. Das ist im Grunde das Kernproblem, warum es überhaupt so weit gekommen ist.

Wie stehen Sie zu frei verfügbaren Periodenprodukten auf allen Toiletten?

Ich bin mir nicht ganz sicher, welches Argument überhaupt dagegen spricht. Wenn Männer ihre Periode hätten, gäbe es diese Produkte längst überall frei verfügbar. Nur weil die Debatte immer wieder von Menschen ad absurdum geführt wird, die gar nicht nachvollziehen können, wie es ist, seine Periode zu haben, sollte man denjenigen, die diese Produkte brauchen, die Abhilfe nicht verwehren. Dazu kommt: Niemand hat sich dafür entschieden, eine Periode zu haben, und niemand kann sie „einfach“ abstellen.

In M-V gibt es immer mehr sehr arme und in Deutschland sehr reiche Menschen. Finden Sie das gerecht? Wenn nein, wie wollen Sie das ändern?

Das ist alles andere als gerecht. Menschen sollten von ihrem Verdienst leben können. Wer deutlich mehr verdient, als er zum Leben braucht, sollte entsprechend auch mehr an die Gesellschaft zurückgeben. Gerade bei Einkommen in Größenordnungen, die man gar nicht mehr ausgeben kann, würde schon ein kleiner prozentualer Anteil reichen, um das Leben vieler Menschen spürbar zu verbessern.

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